Argentinien streicht Fleischexport-Steuern

Mauricio Macri
Argentiniens Staatspräsident Mauricio Macri.

Argentiniens Präsident Mauricio Macri.

Buenos Aires – Argentiniens neuer Präsident Mauricio Macri macht ernst mit raschen Wirtschaftsreformen. Er verkündete am Montag, die Exportsteuern auf Fleisch, Weizen, Mais und andere Agrarprodukte zu streichen, um den Export dieser Güter wieder anzukurbeln. Bisher wurden bis zu 35 Prozent Steuern bei der Ausfuhr erhoben, beim berühmten argentinischen Rindfleisch 15 Prozent.

Damit versuchte die linke Vorgängerregierung von Cristina Kirchner den inländischen Konsum zu unterstützen – bei einem zu starken Export wurden zu hohe Preise im Inland befürchtet. Macri setzt nun darauf, dass durch bessere Geschäfte im Ausland am Ende die Unternehmen mehr Steuern an den Staat abführen als bisher. Er betonte, ohne eine funktionierende und gut verkaufende Landwirtschaft komme das Land nicht voran. Durch die hohen Steuern war der Export zurückgegangen.

Abwertung des Peso zu erwarten
Einem Insider zufolge strebt Argentinien eine Abwertung der Landeswährung Peso noch in dieser Woche an. Es werde mit Hochdruck daran gearbeitet, sagte ein Vertreter der Zentralbank am Montag. Es werde eine Obergrenze bei 15 Peso je Dollar geben. Derzeit liegt der offizielle Wechselkurs bei 9,78 Peso für einen Dollar. Auf dem Schwarzmarkt ist ein Dollar 14,69 Peso wert. Macri will die beiden Kurse angleichen. Das sollte den Verkauf von Weizen und Mais antreiben, was wiederum Dollar ins Land bringt, erläuterte der Insider.

Macri will die Wirtschaft Argentiniens auf Vordermann bringen. Das Land kämpft mit einem hohen Defizit, galoppierender Inflation und den Nachwehen einer 13 Jahre zurückliegenden Staatspleite. Es ist weitgehend von den internationalen Kapitalmärkten abgeschnitten. (awp/mc/pg)

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