Athen: Erneut Proteste gegen Sparprogramm

Proteste in Athen

Schlachtartige Szenen bei Ausschreitungen in Athen.

Athen – Kurz vor der entscheidenden Abstimmung über das Sparprogramm der Athener Regierung haben Tausende von Griechen erneut gegen das Vorhaben protestiert. Vor dem Parlament versammelte sich am Mittwoch eine Menge von Demonstranten. Gegner der Sparmassnahmen versuchten, Abgeordneten den Weg zum Parlamentsgebäude zu versperren.

Dabei kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Acht Menschen wurden nach Medienberichten leicht verletzt. Der Wagen einer Parlamentarierin wurde nach Augenzeugenberichten mit Trinkbechern beworfen. Billigt das Parlament das Sparprogramm, können weitere internationale Milliardenhilfen fliessen. Andernfalls wäre das Land bis Mitte Juli zahlungsunfähig. Die Polizei hatte im Zentrum der Hauptstadt mehrere Zufahrtsstrassen zum Parlament gesperrt. Athen glich im Zentrum einer belagerten Stadt. Auch in anderen Städten des Landes demonstrierten Menschen gegen das Sparprogramm.

Landesweite Streiks fortgesetzt
Die Gewerkschaften setzten am Mittwoch aus Protest gegen das Vorhaben ihre am Vortag begonnenen landesweiten Streiks fort. In Athen fuhren keine Züge und Busse. Ministerien und staatliche Unternehmen sowie viele Banken wurden ebenfalls bestreikt. Die Fähren hatten eigentlich fahren sollen, aber Streikposten blockierten in Piräus und anderen Häfen die Anlegestellen, so dass die Schiffe nicht ablegen konnten. Am Dienstag und in der Nacht zum Mittwoch hatten Autonome sich vor dem Parlament Strassenschlachten mit den Sicherheitskräften geliefert. Nach Angaben der Polizei wurden 42 Gewalttäter festgenommen. Mehr als 300 Menschen wurden – überwiegend leicht – verletzt, darunter 38 Polizisten. Die Abstimmung über das Sparprogramm wurde am Mittwoch für den frühen Nachmittag erwartet. (awp/mc/ps)

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