AT&T treibt Schuldenabbau voran

AT&T treibt Schuldenabbau voran
AT&T-Konzernchef Randell Stephenson. (Foto: AT&T)

Dallas – Der US-Telekomkonzern AT&T treibt seinen Schuldenabbau voran und folgt einigen Vorschlägen seines streitbaren Grossaktionärs Elliott. Er erachte die Zusammenarbeit mit dem Hedgefonds Elliott als „konstruktiv und hilfreich“, sagte Konzernchef und Verwaltungsratsvorsitzender Randall Stephenson, der nun noch mindestens bis Ende 2020 die Position des Konzernchefs innehaben soll.

Später will der Konzern die beiden Positionen getrennt besetzen. Zudem ist die Ernennung zweier neuer Verwaltungsratsmitglieder geplant, da zwei derzeitige Mitglieder in den nächsten 18 Monaten ausscheiden werden.

Schulden sollen komplett wettgemacht werden
Auch will das Unternehmen rund 70 Prozent seiner im Zuge der Time-Warner-Übernahme ausgegebenen Aktien zurückkaufen. Einen solchen Schritt hatte das Unternehmen bereits Anfang Oktober angesichts guter Entwicklungen beim Schuldenabbau in Aussicht gestellt. AT&T hatte den Medienkonzern im vergangenen Jahr für 85 Milliarden Dollar geschluckt. Die Schulden will das Management komplett wettmachen. Dafür hatte das Unternehmen zuletzt etwa Teile in Puerto Rico und auf den Jungferninseln verkauft.

1,1 Mrd durch CME-Verkauf
Zudem hatte das Management am Wochenende dem Verkauf der Central European Media Enterprise (CME) an eine Gesellschaft des tschechischen Finanzkonzerns PPF zugestimmt. Die AT&T eine Mehrheitsbeteiligung an dem Unternehmen im Zuge der Time-Warner-Übernahme erworben. Durch den Verkauf sollen dem Konzern aus Texas rund 1,1 Milliarden Dollar zufliessen.

Weitere Unternehmensteile vor Verkauf
Für das Jahr 2020 erhofft sich das Unternehmen nun Einnahmen von weiteren 5 bis 10 Milliarden Dollar durch den Verkauf von Unternehmensteilen. AT&T will sein Portfolio weiterhin überprüfen und auf grössere Übernahmen verzichten. Diese Forderungen hatte der Hedgefonds und Grossaktionär Elliott erst vor sieben Wochen in einem Brief an die Unternehmensführung gestellt.

Der Finanzinvestor hatte in dem Zusammenhang eine Beteiligung im Wert von rund 3,2 Milliarden Dollar an dem US-Konzern offengelegt. In einem Vier-Punkte-Plan nannte Elliott zudem Geschäftsteile, die AT&T aus seiner Sicht besser abstossen sollte. Dazu zählte Elliott etwa den Satellitenfernsehanbieter DirecTV, das mexikanische Mobilfunkgeschäft und Teile des Festnetzgeschäfts.

1-2% höhere Erlöse jährlich
Zu den konkreten mittelfristigen Finanzzielen gehört eine jährliche Steigerung der Erlöse um 1 bis 2 Prozent. Bis zum Jahr 2022 soll die bereinigte operative Marge (Ebitda) zudem unter anderem durch Kosteneinsparungen bei 35 Prozent liegen und damit zwei Prozentpunkte über dem jüngsten Niveau. Dabei erwartet die AT&T-Spitze erst ab dem Jahr 2021 Steigerungen. Im Jahr 2020 soll sie zunächst noch unverändert bleiben.

Der bereinigte Gewinn je Aktie soll im gleichen Zeitraum einen Wert zwischen 4,50 und 4,80 Dollar (zwischen 4,00 und 4,33 Euro) erreichen. Im dritten Quartal lag er bei 0,94 Dollar. Der Aktienkurs des Konzerns legte nach Bekanntwerden der Pläne am Montag in New York um knapp 5 Prozent zu.

Rückläufiger Umsatz
Im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres ging der Umsatz von AT&T im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als zwei Prozent auf 44,6 Milliarden Dollar zurück. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn schrumpfte um mehr als ein Fünftel auf 3,7 Milliarden Dollar. (awp/mc/pg)

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