Schweiz verzeichnet erste Erfolge beim Coronavirus-Impfen

Schweiz verzeichnet erste Erfolge beim Coronavirus-Impfen
(Photo by Mat Napo on Unsplash)

Bern – In der Schweiz gewinnt das Impfprogramm gegen das Coronavirus langsam an Fahrt. Erstmals wurden innerhalb einer Woche über 200’000 Coronavirus-Impfdosen verabreicht.

Vom 5. April bis 11. April sind in der Schweiz 210’279 Impfdosen gegen Covid-19 verabreicht worden, wie aus den Angaben des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) vom Dienstag hervorging.

Pro Tag wurden damit durchschnittlich 30’040 Coronavirus-Impfungen durchgeführt. Im Vergleich zur Woche davor stieg die Impfkadenz um 25 Prozent. Insgesamt wurden bis Sonntag 1’815’117 Impfungen durchgeführt. Bisher sind laut dem BAG 689’178 Personen vollständig geimpft, das heisst 8 Prozent der Bevölkerung haben bereits zwei Coronavirus-Impfdosen erhalten. Bei 436’761 Personen wurden bisher die Erstimpfung durchgeführt.

Steigende Impfbereitschaft
Momentan sind 484’008 Impfdosen bereits an die Kantone ausgeliefert, aber noch nicht eingesetzt. Zudem sind noch 91’200 Corona-Impfdosen beim Bund gelagert.

Bis im Spätherbst sollen alle Impfwilligen vollständig geimpft sein, sagte Rudolf Hauri, Präsident der Kantonsärzte-Vereinigung, vor den Medien in Bern. Die Impfbereitschaft in der Schweiz nahm zudem seit Oktober markant zu, während sie im ersten Halbjahr der Corona-Pandemie noch leicht rückgängig war.

Die meisten Impf-Befürworter finden sich bei den über 64-Jährigen. Ausgeprägt sei die Impfunwilligkeit allerdings bei den unter 35-Jährigen und generell in der Romandie, zudem verbreiteter bei Frauen als bei Männern, wie eine Studie im Auftrag des BAG am Dienstag zeigte.

Mit all dem Impfen und der hohen Impfbereitschaft ist die Schweiz allerdings noch nicht über dem Berg. Die aktuellen Coronavirus-Fallzahlen bewegen sich nämlich auf zu hohem Niveau, führte Hauri weiter aus. Das Gute sei aber, dass sich die dritte Welle bisher noch nicht steil aufgebaut habe.

Gefahr noch nicht gebannt
Trotz der überhandnehmenden Mutationen des Coronavirus zeige sich eine Bremswirkung, sagte Hauri zudem am Point de Presse zum Coronavirus in Bern. Die Gefahr einer Zunahme der Coronavirus-Aktivität sei aber noch nicht gebannt, hiess es weiter.

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem BAG am Dienstag innerhalb von 24 Stunden auch wieder hunderte neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Die genaue Zahl lag bei 2241 neuen Fällen. Gleichzeitig registrierte das BAG zehn neue Todesfälle und 82 Spitaleinweisungen. Die Auslastung der Intensivstationen in den Spitälern beträgt zur Zeit 68,4 Prozent. Und rund 22,7 Prozent dieser Betten werden momentan von Covid-19-Patienten besetzt.

Am vergangenen Freitag, als zuletzt Zahlen für einen 24-Stunden-Zeitraum publiziert worden waren, hatte das BAG 2519 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet. Gleichzeitig hatte die Behörde 12 neue Todesfälle und 134 Spitaleinweisungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Die Auslastung der Intensivstationen hatte noch 70,7 Prozent betragen, wobei rund 21 Prozent dieser Betten von Covid-19-Patienten besetzt worden waren. Die Auslastung der Intensivbetten hat somit abgenommen, allerdings ist die Zahl der Coronavirus-Patienten.

Die Coronavirus-Pandemie verursacht weitere neue Probleme. So ist es für junge Berufsleute pandemiebedingt schwieriger geworden, auf dem Arbeitsmarkt Fuss zu fassen: Von den KV-Lehrabgängern sind weniger erwerbstätig als im Jahr davor. Zudem gibt es mehr befristete Anstellungen, wie eine neue Studie zeigte.

Geringe ÖV-Nutzung
Bei der Mobilität der Schweiz zeigt der Trend dagegen weiterhin aufwärts. In den neuesten Daten seien aber die Effekte von Ostern mit erhöhten Freizeitaktivitäten sichtbar, hiess es von Intervista gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Das Forschungsinstitut erstellt einmal wöchentlich einen Report zur Mobilität in der Schweiz.

Die Autonutzung sei bereits nahezu wieder auf Vor-Coronavirus-Krisenniveau. Beim öffentlichen Verkehr liege die Nutzung aber weiterhin tief – das Zahlenniveau stagniere bei rund fünfzig Prozent im Vergleich mit dem Vorkrisenzeiten, hiess es. (awp/mc/ps)

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