Bayer sieht sich weiterhin auf Kurs zu Jahreszielen

Marijn Dekkers

Marijn Dekkers, Vorstandsvorsitzender Bayer AG. (Foto: Bayer)

Leverkusen – Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer hat auch im dritten Quartal von gut laufenden Gesundheitsgeschäften und der Euro-Schwäche profitiert. Umsatz und Gewinn legten im Jahresvergleich kräftig zu. Auch beim Umbau zum reinen Gesundheits- und Agrarchemiekonzern machten die Leverkusener zuletzt mit dem Börsengang der Kunststofftochter Covestro Anfang Oktober und einer neuen Organisationsstruktur zum 1. Januar 2016 Fortschritte. Konzernchef Marijn Dekkers bestätigte am Donnerstag im Kern den Konzernausblick für 2015.

Allerdings wird der Rückenwind durch die Euro-Schwäche nun etwas geringer ausfallen als zuletzt angenommen. Der Umsatz dürfte im laufenden Jahr deshalb nur auf rund 46 Milliarden Euro steigen. Bisher hatte Dekkers etwa 47 Milliarden Euro veranschlagt. Das entspreche bereinigt um Wechselkursschwankungen und Zu- und Verkäufe aber weiterhin einem Plus im unteren einstelligen Prozentbereich, erklärte er. Deutlich kräftigere Zuwächse stellte der Manager weiter für den operativen Gewinn (Ebitda) vor Sonderposten und das bereinigte Ergebnis je Aktie in Aussicht. Diese dürften im oberen Zehner-Prozentbereich zulegen, bekräftigte er.

Während sich Dekkers wegen des Erfolgs neuer Medikamente insgesamt etwas zuversichtlicher für das Gesundheitsgeschäft zeigte, machte er wegen eines schwächeren Marktumfelds leichte Abstriche im Agrochemiegeschäft. Im dritten Quartal waren die Zuwächse im Geschäft mit Medikamenten erneut besonders stark. Das Agrarchemiegeschäft wuchs trotz Schwächen in Lateinamerika ebenfalls. Die Anfang Oktober an die Börse gebrachte Kunststoff-Tochter Covestro steigerte bei einem leichten Umsatzrückgang das operative Ergebnis deutlich. Hier halfen die niedrigeren Rohstoffkosten im Zuge des Ölpreisverfalls. Der Börsenneuling hatte bereits am Dienstag überraschend starke Eckdaten vorgelegt.

Quartalsumsatz steigt um 10,7% auf 11,04 Mrd Euro
Von Juli bis Ende September legte der Umsatz im Gesamtkonzern dank neuer Medikamente und einem milliardenschweren Zukauf um 10,7 Prozent auf 11,04 Milliarden Euro zu. Bereinigt um Zu- und Verkäufe sowie um Währungsschwankungen hätte das Plus nur 1,9 Prozent betragen. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sonderposten schnellte um 27,6 Prozent auf 2,52 Milliarden Euro in die Höhe. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von knapp einer Milliarde Euro – gut ein Fünftel mehr als ein Jahr zuvor. Analysten hatten bei dem Dax-Schwergewicht zwar etwas mehr Umsatz, aber deutlich weniger Gewinn erwartet.

Am Finanzmarkt war die Reaktion positiv: Im frühen Handel legten die Aktien um rund zwei Prozent zu. Händler und Analysten zeigten sich in ersten Reaktionen positiv überrascht. DZ-Bank-Analyst Peter Spengler sprach von einer exzellenten Entwicklung in allen drei Geschäftsbereichen.

Im Gesundheitsgeschäft punktete Bayer erneut mit neueren Medikamenten. Für Schwung sorgte der Blutverdünner Xarelto, das Augenmittel Eylea, die Krebsmittel Stivarga und Xofigo sowie das Lungenhochdruckmittel Adempas. Im dritten Quartal legte der Umsatz dieser Medikamente auf 1,08 (Vorjahr: 0,75) Milliarden Euro zu. Bayer selbst erwartet im Gesamtjahr allein damit weiter einen Umsatz von mehr als vier Milliarden Euro. Zudem profitiert Bayer auch im dritten Quartal vom gut 10 Milliarden Euro schweren Zukauf rezeptfreier Medikamente vom US-Konzern Merck & Co. (awp/mc/upd/ps)

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