Beschäftigung im US-Privatsektor steigt schwächer als erwartet

Konjunktur USA

Washington – In den USA ist die Beschäftigung des Privatsektors im Mai schwächer gestiegen als erwartet. Im Monatsvergleich wurden 135.000 neue Stellen geschaffen, wie der Arbeitsmarkt-Dienstleister Automatic Data Processing (ADP) am Mittwoch in Washington mitteilte. Bankvolkswirte hatten mit einem Zuwachs um 165.000 Jobs gerechnet. Der Anstieg im Vormonat wurde leicht um 6.000 auf 113.000 Stellen nach unten korrigiert.

Am Freitag wird die US-Regierung ihren monatlichen Arbeitsmarktbericht veröffentlichen. Die ADP-Daten gelten als Indikator hierfür. Amerikanische Arbeitsmarktdaten sind zurzeit besonders wichtig für die Geldpolitik der Notenbank Fed. Sie hat ihre Zinspolitik an die Arbeitslosenquote gekoppelt. Bei ihrer quantitativen Lockerung über milliardenschwere Anleihekäufe spielt die Entwicklung am Jobmarkt ebenfalls eine grosse Rolle.

Produktivität bleibt hinter den Erwartungen zurück
Auch die Produktivität im ersten Quartal ist schwächer als erwartet gestiegen. Auf das Jahr hochgerechnet stieg die Produktivität ausserhalb der Landwirtschaft um 0,5 Prozent, wie das US-Arbeitsministerium am mitteilte. In einer ersten Schätzung war ein Wert von 0,7 Prozent ermittelt worden, Bankvolkswirte hatten nun einen Zuwachs um 0,6 Prozent erwartet.

Lohnkosten sinken stark
Die Lohnstückkosten sanken derweil so stark wie seit der letzten Rezession nicht mehr. Sie verringerten sich um 4,3 Prozent. Einen grösseren Rückgang hatte es bislang nur im ersten Quartal 2009 gegeben, als zugleich die Wirtschaftsleistung wegbrach. Allerdings folgt der jüngste Rückgang auf einen starken Anstieg der Lohnstückkosten im Schlussquartal 2012 von 11,8 Prozent. Die Markterwartungen für den Jahresstart wurden dennoch klar verfehlt, die Erstschätzung von plus 0,5 Prozent stark nach unten gesetzt.

Auftragseingang in der Industrie erholt sich nur leicht
Der Auftragseingang in der amerikanischen Industrie hat sich im April etwas vom starken Rückschlag im Vormonat erholen können. Die Neuaufträge stiegen im Monatsvergleich um 1,0 Prozent. Die Markterwartungen wurden aber verfehlt. Volkswirte hatten einen etwas stärkeren Anstieg um 1,5 Prozent erwartet.

Im März hatte die US-Industrie einen empfindlichen Rückschlag verkraften müssen. Damals waren die Auftrage um revidiert 4,7 Prozent (zuvor 4,0 Prozent) eingebrochen und hatten damit den stärksten Rückschlag seit vergangenem Sommer markiert. Beim Auftragseingang kommt es jedoch immer wieder zu starken Schwankungen.

ISM-Index Dienste legt moderat zu
Die Stimmung der amerikanischen Dienstleister hat sich im Mai verbessert. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex stieg zum Vormonat um 0,6 Punkte auf 53,7 Zähler, wie das Institute for Supply Management (ISM) mitteilte. Die Markterwartungen wurden leicht übertroffen, der Rückgang im April konnte aber nicht egalisiert werden. Der ISM-Index gilt als wichtiger und zuverlässiger Frühindikator für die wirtschaftliche Aktivität in den USA. Indexstände über 50 Punkten signalisieren eine wirtschaftliche Belebung, während Werte darunter auf eine Schrumpfung hinweisen. (awp/mc/pg)

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