BP wirft Halliburton Beweis-Vernichtung vor

Ölbohrplattform Deepwater Horizon
Ölbohrplattform Deepwater Horizon, Explosion vom 20.04.2010.

Washington – Der britische Ölriese BP wirft dem US-Unternehmen Halliburton vor, nach der verheerenden Ölpest im Golf von Mexiko 2010 absichtlich Beweismaterial vernichtet zu haben. Das geht nach US-Medienberichten aus Unterlagen hervor, die BP bei einem Gericht in New Orleans eingereicht hat. Dem Sender CNN zufolge will der britische Konzern Strafmassnahmen gegen das texanische Ölservice-Unternehmen wegen «Fehlverhaltens» erreichen.

BP war der Betreiber der Bohrinsel Deepwater Horizon, deren Explosion im April 2010 die grösste Umweltkatastrophe in der US-Geschichte auslöste. Damals waren über Monate hinweg 780 Millionen Rohöl ins Meer geflossen. BP hatte Halliburton als Vertragspartner angeheuert, um das Bohrloch am Meeresgrund mit Zement zu versiegeln. Der britische Konzern argumentiert, dass der damals verwendete Zementmix fehlerhaft war und Halliburton nach der Explosion belastende Testergebnisse vernichtete.

Gegenseitige Schuldzuweisungen
Die US-Firma ihrerseits argumentiert, dass nicht ihr Zement schuld an der Katastrophe war, sondern schlechte Ingenieur- und Wartungsarbeiten bei BP. Das «Wall Street Journal» zitierte am Dienstag eine Halliburton-Sprecherin mit den Worten, der Vernichtungsvorwurf sei «grundlos».

Die gegenseitigen Schuldzuweisungen sind das Vorspiel einer Reihe von Zivilprozessen, die im kommenden Jahr anstehen. Dabei geht es um die Klärung der Frage, wer für die Katastrophe haftbar ist, um die Kosten für die Säuberung des Wassers und der verschmutzten Küste sowie um mögliche Bussgelder. (awp/mc/pg)

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