Brasiliens Wirtschaft bricht um 3,8% ein

Rio de Janeiro

Rio de Janeiro – Die Wirtschaftsleistung Brasiliens ist im vergangenen Jahr um 3,8 Prozent eingebrochen, so stark wie seit 1990 nicht mehr. Wie die nationale Statistikbehörde (IBGE) am Donnerstag mitteilte, sank das Bruttoinlandsprodukt auf 5,9 Billionen Real (1,52 Billionen Franken). Laut Ökonomen droht der bisher siebtgrössten Volkswirtschaft der Welt auch in diesem Jahr ein Rückgang – und damit die längste Rezession seit 1930/1931.

Gründe sind unter anderem die hohe Inflation von 10,7 Prozent, der gefallene Ölpreis für das vom Rohstoffexport abhängige Land, der eingebrochene Binnenkonsum und eine Blockade zwischen Regierung Parlament, die Reformen erschwert.

Steigende Arbeitslosigkeit, sinkendes Pro-Kopf-Einkommen
Rating-Agenturen haben Brasiliens Kreditwürdigkeit auf Ramschniveau abgesenkt. Die Arbeitslosenzahl stieg stark an – auf 9,1 Millionen. In Lateinamerika sank die Wirtschaftsleistung 2015 nur im kurz vor dem wirtschaftlichen Ruin stehenden Venezuela stärker als in Brasilien. Unter den Staaten des BRICS-Bündnisses (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) ist Brasilien Schlusslicht. Das Pro-Kopf-Einkommen im Land sank 2015 auf 28’876 Real (7460 Franken). Auch die Organisatoren der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro sind durch die Krise zum Sparen gezwungen, Probleme bereitet vor allem der schwache Real. (awp/mc/pg)

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