Bringen Afrikas Rohstoffe Wohlstand?

Bringen Afrikas Rohstoffe Wohlstand?

(Foto: Credit Suisse).

Zürich – Nach drei schwachen Jahrzehnten hat sich das Wachstum in Afrika in den 2000er Jahren dank steigender Preise für Rohstoffe und Exporte verstärkt. Ob sich der Rohstoffreichtum als Segen erweist, wird aber nicht nur von globalen Faktoren wie den Rohstoffpreisen und der Nachfrage abhängen. Mindestens ebenso wichtig sind lokale Faktoren wie politische Stabilität, Haushaltsführung und Industriepolitik.

Von Philipp Waeber, Global Macroeconomic Research Credit Suisse, Nora Wassermann, Global Macroeconomic Research Credit Suisse

Es besteht kein Zweifel, dass ein grosser Teil der weltweiten Rohstoffreserven in Afrika lagert. Die bekannten Bestände umfassen unter anderem mehr als 40 Prozent der Mineralien Chrom und Kobalt und über 50 Prozent der weltweiten Diamantenreserven. Zudem befindet sich ein bedeutender Teil aller Edelmetalle in Afrika: mindestens 15 Prozent der weltweiten Goldreserven und fast die gesamten weltweiten Platin- und Palladiumreserven. Zahlreiche andere natürliche Ressourcen kommen ebenfalls im Überfluss vor. Rund 60 Prozent des weltweiten ungenutzten Ackerlandes liegen in Afrika. Darüber hinaus verfügt der Kontinent mit etwa 8 Prozent der weltweiten Öl- und Gasbestände über enorme Brennstoffreserven. Allerdings sind diese Zahlen mit gewissen Vorbehalten zu beurteilen, denn nicht nur in Afrika werden laufend weitere Ressourcen entdeckt, sondern auch in anderen Teilen der Welt (wie etwa die Schiefergasfunde in den USA). Ausserdem sind die Schätzungen mit einer gewissen Unsicherheit behaftet. Trotzdem scheint noch viel Raum für weiteres Wachstum vorhanden zu sein, denn Afrikas Anteil an der weltweiten Produktion ist geringer als sein Anteil an den weltweiten Reserven. Ausserdem werden regelmässig neue Reserven entdeckt, da weite Teile des afrikanischen Kontinents praktisch noch nicht erkundet sind.

Neue Gasfunde in Ostafrika wecken das Interesse ausländischer Investoren
Ein prominentes Beispiel dafür, wie schnell sich die Lage bei den Reserven ändern kann, ist die jüngste «Gasbonanza» in Ostafrika. Trotz der «Schiefergasrevolution», die die USA wohl langfristig von ausländischen Gas- und Ölimporten unabhängig machen wird, dürfte die Nachfrage nach Öl und Gas aufgrund des hohen Wachstums in den Schwellenländern in den kommenden Jahren stabil bleiben. Zahlreiche internationale Konzerne konkurrieren derzeit um Investitionsmöglichkeiten in Ostafrika, und einige Explorationsverträge wurden bereits abgeschlossen. Die grössten Nutzniesser dürften Mosambik und, mit einigem Abstand, Tansania sein. Wenn die Reserven bestätigt werden, könnte das einkommensschwache Mosambik zum sechstgrössten Gasproduzenten der Welt aufsteigen (nach den USA, Kanada, Russland, Iran und Katar).

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