Britischer Pharmakonzern Shire will sich nicht schlucken lassen

Flemming Ornskov
Shire-CEO Flemming Ornskov.

Zeigt dem US-Konkurrenten erneut die kalte Schulter: Shire-CEO Flemming Ornskov.

Hampshire – Der britisch-irische Pharmakonzern Shire will sich nicht übernehmen lassen. Der amerikanische Konkurrent Abbvie hat sich bisher drei Mal die Zähne ausgebissen, wie er am Freitag in London mitteilte. Dabei wären die Amerikaner bereit gewesen, für die Briten zuletzt 46,26 Pfund je Aktie oder insgesamt 27,3 Milliarden Pfund (34 Mrd Euro) auf den Tisch zu legen. Zum Vergleich: Vor der Veröffentlichung von Abbvie notierte die Shire-Aktie bei rund 37. Am Freitag zog die Aktie in der ersten Handelsstunde um bis zu 15,5 Prozent auf 43,18 Pfund zu.

Seit Mitte Mai hat Abbvie sich um Shire bemüht zwei Mal nachgebessert. Doch Shire hat alle Vorschläge abgelehnt. Am Freitagmorgen liessen die Briten verlauten, das Angebot sei zu niedrig. Abbvie musste nun aufgrund der britischen Übernahmeregeln den Markt über seine Bemühungen informieren und hat bis zum 18. Juli Zeit, eine Offerte vorzulegen. Sonst müssen die Amerikaner sechs Monate lang die Füsse still halten. Shire ist auf ertragreiche Nischenprodukte mit Patentschutz spezialisiert. Grösster Umsatzbringer ist das Geschäft mit Medikamenten zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS).

Übernahmewelle
Die Pharmabranche erlebt derzeit wieder einmal eine Übernahmewelle. Grund sind neben auslaufenden Patenten, teuren Neuentwicklungen und einem hohen Konkurrenzdruck auch eine äusserst günstige Finanzierung durch die niedrigen Zinssätze. Eine der grössten geplanten Firmen-Übernahmen in der Geschichte ist jüngst geplatzt: Der US-Pharmakonzern Pfizer kam bei AstraZeneca nicht zum Zuge – trotz 117-Milliarden-Dollar-Gebot. (awp/mc/ps)

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