China und Japan bleiben anfällig für Rückschläge

China
(Foto: motorradcbr - Fotolia.com)

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Peking – China und Japan, die beiden grössten Volkswirtschaften Asiens, bleiben anfällig für konjunkturelle Rücksetzer. In der weltweit zweitgrössten Wirtschaft China trübte sich ein stark beachtetes Stimmungsbarometer für die Industrie leicht ein. In Japan, der drittgrössten Wirtschaftsmacht der Welt, hellte sich zwar die Unternehmensstimmung weiter auf. Einige Beobachter erkannten aber Hinweise, dass der wirtschaftspolitische Kurs der Regierung in den Firmen noch immer auf Zurückhaltung stösst.

In der chinesischen Industrie verringerte sich das Wachstumstempo zum Jahresende. Der von der Grossbank HSBC ermittelte Einkaufsmanagerindex, eine Umfrage unter ranghohen Unternehmensvertretern, sank nach Zahlen vom Montag im Dezember um 0,3 Punkte auf 50,5 Zähler. Die wichtige Subkomponente für die Neuaufträge legte zwar zu, jedoch langsamer als im Vormonat. Der Beschäftigungsindex, der die Lage am Arbeitsmarkt abbilden soll, fiel weiter zurück.

Reformkurs dämpft Wachstum
Der HSBC-Chefvolkswirt für China, Qu Hongbin, sprach dennoch davon, dass der Indikator im Trend nach oben zeige. Trotz des Rückgangs liege die Kennzahl deutlich über dem Durchschnittswert des dritten Quartals. Allerdings zeigt die unstete Entwicklung wichtiger Stimmungsindikatoren und «harter» Wirtschaftsdaten, dass der von der Regierung angestossene Reformprozess in der kurzen Frist Wachstum kostet. Mit zahlreichen, für China zum Teil spektakulären Wirtschaftsreformen will sich das Land Zug um Zug nach Aussen hin öffnen. Viele Beobachter bemängeln aber, dass von politischen Reformen bisher kaum etwas zu sehen ist.

In Japan hellte sich die Unternehmensstimmung, gemessen an der von der Zentralbank durchgeführten Tankan-Umfrage, im vierten Quartal zwar auf. Allerdings revidierten die Unternehmen ihre Investitionspläne für das laufende Fiskaljahr bis Ende März spürbar nach unten. Einige Analysten deuteten dies als Beleg, dass die Unternehmen an der Nachhaltigkeit der Wirtschaftspolitik von Regierungschef Shinzo Abe zweifelten.

Zweifel an Abenomics
Steigende Unternehmensinvestitionen einerseits sowie höhere Löhne und Gehälter andererseits gelten unter Ökonomen als Voraussetzung, dass sich der diesjährige Wachstumsschub nicht als Strohfeuer erweist. Zudem stehen ausbleibende Gehaltssteigerungen dem Regierungsziel entgegen, die eineinhalb Jahrzehnte lange Phase sinkender oder stagnierender Verbraucherpreise zu beenden. Für beides – Wachstumsbefeuerung und Deflationsbekämpfung – hat sich die Bezeichnung «Abenomics» eingebürgert. Die nach Regierungschef Abe benannte Strategie steht für eine extrem lockere Geldpolitik, gepaart mit einer ausgabefreudigen Haushaltspolitik des bereits hochverschuldeten Landes. (awp/mc/pg)

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