Chinas Exporte steigen trotz Corona um fast zehn Prozent

Chinas Exporte steigen trotz Corona um fast zehn Prozent

Peking – Trotz der anhaltenden Corona-Pandemie haben sich Chinas Exporte im August erneut deutlich erholt. Die Ausfuhren der zweitgrössten Volkswirtschaft legten im Vorjahresvergleich stärker als erwartet um 9,5 Prozent zu, wie die Pekinger Zollverwaltung am Montag mitteilte. Wie schon im Vormonat fielen die chinesischen Importe allerdings erneut geringer aus. Sie gingen um 2,1 Prozent zurück. Unterm Strich verzeichnete der Aussenhandel damit ein Plus um 4,2 Prozent auf einen Wert von rund 412 Milliarden US-Dollar.

Im Dezember waren die ersten Infektionen mit dem Coronavirus in China entdeckt worden. Die Behörden dämmten die Pandemie mit strikten Massnahmen ein. Nach offizieller Darstellung gibt es heute kaum noch neue Infektionen, so dass sich das Leben und die Wirtschaftstätigkeiten wieder normalisieren.

Weiterhin Risiken
Trotz des spürbaren Aufschwungs in den vergangenen Monaten müssen sich Chinas Exporteure laut Beobachtern weiter auf schwer kalkulierbare Risiken einstellen. Experten nennen die Ungewissheiten durch den Streit zwischen den USA und China im Handel und im Technologiesektor sowie einen möglichen weiteren Rückgang der Weltwirtschaftsleistung. Ausgeschlossen ist auch nicht, dass China im Herbst, wenn das Wetter abkühlt, erneut mit einem Corona-Ausbruch zu kämpfen haben wird.

Auch bleiben die Aussichten für die chinesische Wirtschaft durchwachsen. Dem robusten Aussenhandel standen zuletzt enttäuschende Daten zur Industrieproduktion und zur Umsatzentwicklung im Einzelhandel gegenüber, was als Hinweise auf eine nachlassende Konjunkturdynamik gesehen wurde.

Im Juli war die Industrieproduktion laut Daten des nationalen Statistikamtes zwar gestiegen. Der Zuwachs habe aber im Jahresvergleich 4,8 Prozent betragen, während Analysten mit einem stärkeren Anstieg um 5,2 Prozent gerechnet hatten.

Rückschlag im Einzelhandel
Noch deutlicher fiel der Dämpfer im Einzelhandel aus. Hier meldete die Statistikbehörde für Juli einen Umsatzrückgang von 1,1 Prozent im Jahresvergleich. Analysten hatten hingegen mit einem leichten Zuwachs um 0,1 Prozent gerechnet und damit erstmals in diesem Jahr eine Rückkehr des Einzelhandels in die Wachstumszone erwartet.

Wegen der Corona-Pandemie hatte China im ersten Quartal einen historischen Einbruch erlebt. Zum ersten Mal seit Beginn der offiziellen Aufzeichnungen im Jahr 1992 hatte das Land einen Rückgang der Wirtschaftsleistung verzeichnet – um 6,8 Prozent. Bereits im zweiten Quartal meldete das Statistikamt jedoch wieder einen Zuwachs um 3,2 Prozent, was für chinesische Verhältnisse noch immer ein zartes Wachstum ist. Im vergangenen Jahr war die Wirtschaft des bevölkerungsreichsten Landes um 6,1 Prozent gewachsen. (awp/mc/pg)

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