Christian Haub übernimmt Leitung von Tengelmann

Christian Haub
Christian Haub. (Foto: Tengelmann)

Mülheim/Ruhr – Nach dem Verschwinden von Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub übernimmt sein Bruder Christian Haub ab sofort die alleinige Geschäftsführung der Unternehmensgruppe. Das teilte Tengelmann am Mittwoch in Mülheim an der Ruhr mit. Bereits seit dem Generationswechsel im Jahr 2000 waren die Brüder Co-Chefs des mehr als 150 Jahre alten Familienunternehmens und trafen nach Tengelmann-Angaben alle wesentlichen Entscheidungen gemeinsam.

Karl-Erivan Haub wird seit dem 7. April 2018 in den Schweizer Alpen vermisst. Er kehrte von einer Skitour am Matterhorn nicht zurück. Die Familie sieht inzwischen keine Überlebenschancen mehr für den leidenschaftlichen Alpinisten.

Weiterbestand des Unternehmens nicht gefährdet
„Mein Bruder wird nicht nur unserer Familie, sondern auch dem Unternehmen sehr fehlen“, betonte der 53-jährige Christian Haub. In den vergangenen Jahren hätten sie intensiv zusammengearbeitet. Der Verlust des 58-Jährigen sei für die Familie eine Tragödie. Aber sie gefährde nicht den Weiterbestand des Unternehmens, betonte er. In den vergangenen Jahren sei es gelungen, den Konzern durch einen umfassenden Transformationsprozess zu führen. „Es ist nunmehr grundsolide und zukunftsfähig aufgestellt.“

Kein reines Portfolio-Management
Christian Haub betonte, wie für seinen Bruder komme auch für ihn ein reines Portfolio-Management nicht in Frage. „Im Herzen sind wir Händler, und wir werden immer unternehmerisch und operativ tätig bleiben. Eine reine Verwaltung von Vermögen und Beteiligungen kann ich mir nicht vorstellen.“ Das gemeinsame Ziel sei es stets gewesen, das Familienunternehmen in einem guten Zustand an die nächste Generation zu übergeben. „An diesem Ziel halte ich fest, und ich werde alles daran setzen, es zu erreichen“, sagt Christian Haub.

Die Unternehmensgruppe Tengelmann ist eins der weltweit bedeutendsten Handelsunternehmen. Heute gehören zur Unternehmensgruppe Tengelmann 73 Beteiligungen, die einen Umsatz von circa 30 Milliarden Euro erwirtschaften und mehr als 215.000 Mitarbeiter beschäftigen. Zum Firmenverbund zählen der Textildiscounter KiK, die OBI Bau- und Heimwerkermärkte sowie Baby-Markt.de. Ebenfalls zum Konzern gehören die Immobiliengesellschaft Trei Real Estate sowie die Beteiligungsgesellschaften Emil Capital Partners in den Vereinigten Staaten und Tengelmann Ventures in Deutschland. (awp/mc/pg)

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