Corona-Krise lässt US-Einzelhandel einbrechen

Shopping
(Photo by Kevin Grieve on Unsplash)

Washington – In den USA haben die Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie den Einzelhandel und damit eine der wichtigsten Stützen der grössten Volkswirtschaft der Welt stark belastet. Im März seien dort die Umsätze um 8,7 Prozent im Monatsvergleich gesunken, teilte das US-Handelsministerium am Mittwoch in Washington mit. Dies ist der stärkste jemals gemessene Einbruch. In den USA trägt der Einzelhandel einen vergleichsweise hohen Anteil zur gesamten Wirtschaftsleistung bei.

Ohne die volatilen Autoverkäufe fielen die Erlöse im März um 4,5 Prozent im Monatsvergleich, hiess es weiter. Hier war ein Rückgang um 5,0 Prozent erwartet worden. Die Ausbreitung des Corona-Virus belastet stark die Nachfrage. Mit der Zuspitzung der Krise im März wurden viele Amerikaner arbeitslos. Ausserdem haben zahlreiche Bundesstaaten das öffentliche Leben im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus eingeschränkt.

Zwangspause für konsumfreudige US-Bürger
„Der in der zweiten Märzhälfte begonnene Lockdown in einer Reihe von Bundesstaaten frisst sich nun in das volkswirtschaftliche Datenmaterial hinein“, sagte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Die konsumfreudigen US-Bürger müssten eine Zwangspause einlegen.

Auch wenn die Einkäufe in den kommenden Monaten wieder anziehen sollten, werde es kein rasches Zurück zu den altbekannten Niveaus geben, sagte Gitzel weiter. „Die wirtschaftlichen Unsicherheiten und eine höhere Sockelarbeitslosigkeit vermiest den Amerikanern noch längere Zeit das Shoppen.“

Stimmungsindikator für New York auf Rekordtief
Besonders stark wird New York von der Virus-Krise getroffen. Ein Indikator für die Stimmung in den Unternehmen in der Region um die Metropole ist im April auf ein Rekordtief gesackt. Der Empire-State-Index sackte im April um 56,7 Punkte auf ein Rekordtief von minus 78,2 Zähler, wie die regionale Notenbank von New York am Mittwoch mitteilte. Der Indikator signalisiert damit einen beispiellosen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität in der Region.

An den Finanzmärkten profitierte der US-Dollar von den schwachen Konjunkturdaten, der von Investoren als sicherer Anlagehafen geschätzt wird. Kräftig nach oben ging es auch mit den Kursen amerikanischer Anleihen. (awp/mc/pg)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.