„Der schönste Moment in dieser Hölle“

„Der schönste Moment in dieser Hölle“

Er hätte sie fast erschossen – dann gab es Schokolade und ein Foto: Einem US-Soldaten liefen 1944 drei italienische Kinder vors Gewehr. Er musste jahrzehntelang an sie denken, jetzt hat der 96-Jährige sie wiedergefunden.

Frühherbst 1944: Ein US-Soldat namens Martin Adler betritt mit seinem Kameraden John Bronsky ein Haus in dem kleinen Dorf Monterenzio südlich von Bologna. Auf der Suche nach flüchtigen Wehrmachtssoldaten entdeckt er einen grossen Weidenkorb, aus dem merkwürdige Geräusche dringen. Adler befürchtet einen deutschen Hinterhalt.

Der junge GI, Mitglied des 339. Infanterieregiments, zielt schon mit dem Maschinengewehr auf den Korb, als eine Frau ihm vor die Mündung läuft. »Bambini, bambini«, schreit sie verzweifelt, »Kinder, Kinder«. Adler nähert sich dem Korb, als sich dessen Deckel lupft – und drei Kinder heraussteigen, zwei Mädchen und ein Junge.

Die beiden GI’s brechen in Gelächter aus, bieten den Kindern Schokolade an und bitten die Mutter um Erlaubnis, die Kinder zu fotografieren.

Soldat Adler, damals gerade 20 Jahre alt, lacht erleichtert in die Kamera. Die drei Kinder, von der Mutter eilig in ihre schönsten Sonntagsgewänder gestopft, schauen ein wenig skeptisch drein. Der Schreck wird ihnen noch tüchtig in den Gliedern gesteckt haben.

So entstand im September oder Oktober 1944 ein Foto, das den US-Soldaten Martin Adler nicht mehr losliess, 76 Jahre lang.

Lesen Sie den ganzen Artikel im SPIEGEL

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.