Deutsche Autobranche fordert Staatsgarantien für Autokredite

Deutsche Autobranche fordert Staatsgarantien für Autokredite
Die Autobranche setzt auf staatliche Garantien als Wirtschaftsförderung. (pixabay.de © andreas160578 CCO Public Domain)

Die Autobranche macht sich für Staatsgarantien für Autokredite stark. Hierdurch sollen vor allem die Leasinggesellschaften von ihrem Risikodruck bei der Vergabe von Krediten befreit werden. Ein grosses Ziel besteht darin, die Krise der Autobranche zu überwinden, indem die KfW-Bank einige Risiken trägt. Die Autobranche selbst versteht solche Garantien als eine Förderung des deutschen Wirtschaftsstandorts. Neben dieser gibt es noch viele weitere Forderungen, die die Branche an die Politik richtet.

Die Autobranche steckt in der Krise
Die Autobranche steckt weltweit in der Krise. Der Umstieg auf die E-Mobilität funktioniert nicht wie gewünscht, Abgasskandale schädigen den Ruf der Branche und die Corona-Krise hat zu massiven Absatzeinbussen bei Neu- und Gebrauchtwagen geführt. Viele Händler, aber auch Zulieferer und Hersteller haben grosse Schwierigkeiten, diese Probleme zu überwinden. Eine Idee des Verbands der Automobilindustrie (VDA) sieht vor, dass der Staat Garantien für Autokredite gibt.

Als Vorbereitung auf den Autogipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel im Mai 2020 hatte die Branche ein Thesenpapier mit Vorschlägen entwickelt. Diese thematisieren unterschiedliche Facetten der aktuellen Krise und schlagen Möglichkeiten vor, wie diese überwunden werden könnte. Das Ziel ist es, die deutsche Automobilwirtschaft wieder zum Laufen zu bringen und dafür zu sorgen, dass sich möglichst viele Menschen für Neuwagen interessieren.

Autokredite bergen aktuell hohe Risiken
Ein Problem der Autobranche besteht darin, dass die wirtschaftliche Situation aller Deutschen und sogar aller Menschen weltweit aktuell sehr unsicher ist. Die Krise hat dazu geführt, dass viele ihre Stelle verloren haben oder ihr Geschäft schliessen mussten. Angestellte wurden häufig in Kurzarbeit geschickt und hatten somit weniger Einkommen zur Verfügung. All dies sind keine guten Voraussetzungen, um einen Autokredit zu bekommen und zuverlässig zurückzahlen zu können.

Für die Hersteller und Autohäuser bedeutet das, dass die Vergabe von Autokrediten aktuell so kompliziert ist wie noch nie. Angesichts der unsicheren Lage ist es schwer bis gar nicht möglich, einzuschätzen, wie sich das Kaufverhalten der Menschen in den kommenden Monaten verändern wird. Momentan ist es so, dass Autokredite mit einem hohen Risiko verbunden sind. Niemand kann mit Gewissheit sagen, ob ein Kreditnehmer in einem Vierteljahr noch seinen Job haben wird und ob nicht weitere Krisen die Situation der Branche verschärfen. Entsprechen sind die Kreditgeber zögerlich, wenn es darum geht, einen Autokredit zu vergeben.

Die KfW-Bank soll Ausfallrisiken tragen
Wenn es nach dem Willen der Autobranche geht, übernimmt die KfW-Bank einen Grossteil der Risiken, die mit der Kreditvergabe in der aktuellen Krisensituation verbunden sind. Sollte ein Kreditnehmer nicht mehr in der Lage sein, seine Kreditverpflichtungen zu bedienen, bleibt der Verlust nicht an den Autohäusern, Herstellern und Zulieferern hängen. Stattdessen würde der Staat einspringen. Hierdurch könnte verhindert werden, dass eine grosse Insolvenzwelle losbricht, die für die in Deutschland so bedeutsame Automobilwirtschaft schmerzhaft werden würde.

Kreditgarantien könnten für die KfW-Bank schnell zur Kostenfalle werden. (pixabay.de © Tumisu CCO Public Domain)

Auf diese Weise könnten insbesondere die Leasinggesellschaften gestützt werden, die stark von Kreditvergaben und dem Autoverkauf abhängig sind. Für Kunden ist es schliesslich wichtig, bei der Nutzung von Krediten und dem Kauf eines Neuwagens von Rabatten und Sonderaktionen zu profitieren. Wenn sich Autohäuser und Hersteller hier positionieren und von der Konkurrenz abheben wollen, müssen sie hohe finanzielle Risiken eingehen. Durch staatliche Garantien wäre es möglich, entsprechende Angebote zu offerieren, ohne sich selbst in Existenznot zu bringen.

Autobranche sieht Garantien als Förderung des Wirtschaftsstandorts Deutschland
Für die Mitglieder der Automobilbranche ist es ein Gebot der Vernunft, dass der Steuerzahler ihnen finanziell hilft. Insbesondere empfehlen sie, die Bereitstellung von Prämien für den Autokauf, um der Branche Luft zum Atmen zu verschaffen und Umsätze zu ermöglichen. Auf diese Weise würde immerhin nicht nur die Autobranche selbst profitieren, sondern die gesamte Volkswirtschaft hätte einen wirtschaftlichen Nutzen.

Es ist nicht zu bestreiten, dass die Autobranche in Deutschland ein gutes Standing hat und für den wirtschaftlichen Erfolg des Landes erforderlich ist. Deswegen tritt sie mit ihren Forderungen selbstbewusst der Politik gegenüber und mahnt an, dass ein Zögern und ein Ausbleiben von finanziellen Unterstützungen zu einer echten Gefahr für die Branche und für gesamt Deutschland werden könnte.

Weitere Forderungen der Autobranche
Neben den staatlichen Garantien für Autokredite fordert die Autobranche weitere Dinge von der Politik. Sie empfiehlt beispielsweise eine staatliche Unterstützung für die Nutzfahrzeugbranche. Hierdurch soll sichergestellt werden, dass entsprechende Fahrzeuge Abnehmer finden und die Wirtschaft weiter einwandfrei arbeiten kann. Ausserdem solle es steuerliche Sonderabschreibungen geben. Indem weniger Steuern zu zahlen sind, haben die Betriebe mehr Geld zur Verfügung, um das Alltagsgeschäft weiterlaufen lassen zu können und Krisensituationen zu überstehen.

Des Weiteren regt die Autobranche Investitionszuschüsse für Unternehmen an, die ihre Flotte erneuern wollen. Insbesondere im Bereich von Lastwagen und Sattelaufliegern solle es finanzielle Anreize geben. Die Branche stellt sich somit breit auf und möchte ganz unterschiedliche Fahrzeuge fördern und die jeweiligen Zielgruppen ansprechen. Es bleibt abzuwarten, wie die Politik letztendlich auf diese Forderungen reagieren wird. Als sicher kann jedoch gelten, dass eventuelle Förderungen lediglich Neufahrzeuge betreffen. Immerhin geht es um den Joberhalt und den Schutz von Produktionsstätten. Beides ist im Gebrauchtwagenbereich quasi nicht gegeben. (SM/mc/hfu)

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