Deutscher Export schrumpft – Schwacher Sommerausklang

Deutscher Export schrumpft – Schwacher Sommerausklang
(Bild: © Eyetronic / AdobeStock)

Wiesbaden – Die schlechten Nachrichten für die deutsche Wirtschaft reissen nicht ab: Der Export ist im August um 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 101,2 Milliarden Euro gesunken. Das teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. Die Ausfuhren deutscher Waren fielen im Vergleich zum Vormonat um 1,8 Prozent. Analysten hatten in dieser Betrachtung nur einen Rückgang um 1,0 Prozent erwartet. Im Juli waren die deutschen Ausfuhren allerdings etwas stärker gestiegen als bisher bekannt. Das Bundesamt revidierte den Anstieg im Monatsvergleich von zuvor 0,7 auf 0,8 Prozent.

„Der Rückgang des deutschen Aussenhandels unterstreicht die aktuelle Schwäche von Weltwirtschaft und Welthandel“, sagte Holger Bingmann, Präsident des Aussenhandelsverbandes BGA. Kurzfristig bestehe wenig Aussicht auf Besserung. Internationale Handelskonflikte und die Abkühlung der Weltwirtschaft verderben den Unternehmen zunehmend das Geschäft, das bekommt auch die deutsche Elektroindustrie zu spüren.

Immer höhere Zollhürden
Das „Strafzoll-Ping-Pong“ nach den Entscheidungen der Welthandelsorganisation (WTO) zu Airbus und Boeing erschwere zusätzlich und unnötig das Leben, so Bingmann weiter. „Aber auch der Brexit lähmt durch die weiterhin ungeklärten Konditionen die Wirtschaft“ – und das drei Wochen vor dem Austrittsdatum.

Nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages kämpfen deutsche Unternehmen mit immer höheren Zollhürden. Neben dem Dauerstreit zwischen den USA und China, hatte sich zuletzt auch die Auseinandersetzung zwischen der Europäischen Union (EU) und der US-Regierung in Washington wegen Subventionen für den europäischen Flugzeugbauer Airbus beziehungsweise den US-Hersteller Boeing zugespitzt.

Kunden halten sich zurück
Die Konflikte verunsichern Kunden, sie halten sich mit Bestellungen zurück. So waren im August 0,6 Prozent weniger Aufträge bei deutschen Industrieunternehmen eingegangen als im Vormonat. Verglichen mit August 2018 war der Auftragseingang um 6,7 Prozent gesunken.

Sinkende Bestellungen wirken sich auch auf den Export aus. Im August verringerten sich die Ausfuhren deutscher Waren sowohl in Mitgliedsländer der Europäischen Union (EU) als auch in Staaten ausserhalb der Gemeinschaft. Nach Angaben der Wiesbadener Behörde gab es in den ersten acht Monaten nur noch ein kleines Plus von 0,4 Prozent auf 882,6 Milliarden Euro.

Deutlich Rückgang der Importe im August
Obwohl die Importe in den ersten acht Monaten um 1,8 Prozent auf 735,1 Milliarden Euro anstiegen, verzeichneten das Statistische Bundesamt im August einen Rückgang um 3,1 Prozent auf 85,0 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr.

Der Aussenhandelsverband BGA hatte angesichts der Entwicklung jüngst seine Prognose für dieses Jahr nach unten korrigiert. „Wir müssen das laufende Jahr 2019 wohl abschreiben und uns mit einer schwarzen Null im Export zufriedengeben“, sagte Bingmann. Maximal sei noch mit einem Mini-Wachstum von 0,5 Prozent zu rechnen. Im Sommer hatte der BGA ein Plus von 1,5 Prozent erwartet. (awp/mc/pg)

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