Deutschland kontrolliert Grenzen – Rückstaus an Übergängen

Keller
(Bild: bluedesign / AdobeStock)

Saarbrücken / Weil am Rhein – Deutschland hat an den Grenzen nach Österreich, Frankreich, Luxemburg und Dänemark sowie zur Schweiz mit den geplanten Kontrollen begonnen. Dadurch soll eine rasante Ausbreitung des neuartigen Coronavirus verhindert werden. Reisende ohne triftigen Grund dürfen seit Montag nicht mehr einreisen. Für Warenverkehr und Berufspendler gibt es Ausnahmen.

An den Grenzübergängen nach Luxemburg und Frankreich bildeten sich einem Sprecher der Bundespolizei zufolge erste Rückstaus. Seit 8.00 Uhr werde bei der Einreise ins Saarland und nach Rheinland-Pfalz kontrolliert. Die Menschen zeigten aber eine „hohe Akzeptanz“ für die Massnahmen.

Kaum noch Autos aus der Schweiz
Auch in Baden-Württemberg liefen die Grenzkontrollen an. Am Grenzübergang im südbadischen Weil am Rhein kamen aus Richtung Schweiz am Morgen kaum Autos. Die Beamten trugen zunächst keine Schutzausrüstung oder Atemmasken. Die an Baden-Württemberg grenzende französische Region Grand Est (Elsass, Lothringen und Champagne-Ardenne) gilt als Risikogebiet.

Der deutsche Innenminister Horst Seehofer (CSU) hatte die umfassenden Kontrollen und Einreiseverbote am Sonntagabend angekündigt. „Für Reisende ohne triftigen Reisegrund gilt, dass sie nicht mehr einreisen können.“ Dies war von Seehofer, Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und mehreren Ministerpräsidenten vereinbart worden. Zudem rät die Bundesregierung von allen nicht notwendigen Reisen ins Ausland ab.

An der Grenze zu Österreich blieb es zu Beginn der Kontrollen ruhig. Der Verkehr rollte zunächst normal weiter. Der Rückstau nach Österreich war gering, wie dpa-Reporter berichteten. Auch Raststätten und deren Parkplätze im Grenzgebiet seien auffällig leer. Auch im Norden blieb ein Verkehrschaos zunächst aus. Dänemark hatte die Grenze zu Deutschland bereits am Samstag um 12.00 Uhr geschlossen.

Weitreichende Einschränkungen
Die Grenzkontrollen zur Eindämmung des Coronavirus gehen mit weiteren drastischen Einschränkungen im öffentlichen Leben einher. Seit Montag sind viele Schulen und Kitas geschlossen. Um die Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2 zu verlangsamen, dürfen in vielen Bundesländern auch keine grösseren Veranstaltungen mehr abgehalten werden. Die Bahn will den Regionalverkehr reduzieren. Die Inseln in der Nord- und Ostsee werden für Touristen gesperrt. (awp/mc/ps)

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