Deutschland, Frankreich und Italien setzen Impfungen mit Astrazeneca vorsorglich aus

Deutschland, Frankreich und Italien setzen Impfungen mit Astrazeneca vorsorglich aus
Verpackungen für das Coronavirus-Vakzin von Astrazeneca.

Berlin – Die Corona-Impfungen mit AstraZeneca sind in Deutschland fürs Erste ausgesetzt. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium mit. Frankreich und Italien schlossen sich dem Votum an und stoppten die Impfungen mit dem AstraZeneca-Wirkstoff ebenfalls.

In Deutschland wird fürs Erste nicht mehr mit der Vakzine von AstraZeneca geimpft. Die Bundesregierung hat die Impfungen nach einer aktuellen Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) vorsorglich ausgesetzt. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium mit.

Wenn Menschen sich mehr als vier Tage nach der Astrazeneca-Impfung zunehmend unwohl fühlten, sollten sie sich unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben, riet das PEI. Mögliche Beschwerden seien starke und anhaltende Kopfschmerzen oder punktförmigen Hautblutungen.

Ema will prüft Meldungen über Thrombosen
Nach neuen Meldungen von Thrombosen der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung in Deutschland und Europa halte das Institut weitere Untersuchungen für notwendig. Die Europäische Arzneimittelbehörde (Ema) werde entscheiden, »ob und wie sich die neuen Erkenntnisse auf die Zulassung des Impfstoffes auswirken«.

Zuletzt hatte die irische Impfkommission sich für einen vorübergehenden Stopp der Impfungen mit dem Präparat ausgesprochen, das der britisch-schwedische Konzern Astrazeneca gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelt hat. Es handele sich um eine Vorsichtsmassnahme. Zuvor waren einzelne Fälle in Dänemark und Norwegen bekanntgeworden, in denen schwere Blutgerinnsel nach der Verabreichung des Mittels auftraten.

Britische Behörde hält Impfstoff weiterhin für sicher
Grossbritannien will den Impfstoff hingegen weiter nutzen. «Wir prüfen die Berichte genau, aber angesichts der grossen Anzahl verabreichter Dosen und der Häufigkeit, mit der Blutgerinnsel auf natürliche Weise auftreten können, deuten die verfügbaren Beweise nicht darauf hin, dass der Impfstoff die Ursache ist», sagte Phil Bryan von der britischen Aufsichtsbehörde für Arzneimittel (MHRA) einer Mitteilung zufolge. «Alle Menschen sollten sich gegen Covid-19 impfen lassen, wenn sie dazu aufgefordert werden», sagte Bryan.

Auch der britische Premierminister Boris Johnson ist weiterhin von der Sicherheit und Effektivität des Vakzins überzeugt, wie ein Sprecher am Montag vor Journalisten betonte. Jeder, der eine Einladung dafür erhalte, sei dazu aufgerufen, sich damit impfen zu lassen.

In der Schweiz noch nicht zugelassen
In der Schweiz lässt die Zulassung von AstraZeneca weiter auf sich warten. Die Arzneimittelbehörde Swissmedic teilte zuletzt mit, dass man weiterhin auf entscheidende Daten zur Beurteilung warte. Die Schweiz hatte bei AstraZeneca im Oktober letzten Jahres 5,3 Millionen Impfdosen bestellt. (awp/mc/pg)

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