Diageo kauft türkischen Spirituosen-Hersteller Mey

Paul Walsh
Paul Walsh, ehermaliger Diageo-CEO.

Diageo-CEO Paul Walsh.

London – Der britische Spirituosenhersteller Diageo will den türkischen Konkurrenten Mey Içki übernehmen. Dafür zahlt der Konzern nach eigenen Angaben vom Montag 1,3 Milliarden Pfund an den US-Finanzinvestor TPG Capital, der 2006 den früheren Staatsbetrieb für rund 800 Millionen Dollar gekauft hatte.

Mit der Übernahme sichert sich Diageo mit einem Schlag ein grosses Vertriebsnetz im Wachstumsmarkt Türkei. Der Konzern rechnet in der zweiten Jahreshälfte mit dem Abschluss der Übernahme, der noch die Wettbewerbsbehörden zustimmen müssen. Die Diageo-Aktie pendelte im frühen Montagshandel um ihren Schlussstand vom Freitag. Zuletzt lag sie mit 0,17 Prozent im Plus bei 1.202 Pence. Mey versorgt rund 50.000 Einzelhändler und kommt auf einen Marktanteil von 80 Prozent beim türkischen Schnaps Raki. Zudem produziert das Unternehmen Wodka, Gin und mit Aromen angereicherte Modespirituosen. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von rund 300 Millionen Pfund.

«Attraktiver Markt für Diageo»
«Die Türkei ist mit seinem starken Wirtschaftswachstum ein attraktiver Markt für Diageo», sagte Konzernchef Paul Walsh. Dabei hatte sich sein Unternehmen in den vergangenen sechs Jahren eine harte Auseinandersetzung mit der türkischen Regierung über Einfuhrzölle für Spirituosen geliefert. In den vergangenen sechs Monaten stoppte der Konzern sogar seine Lieferungen in die Türkei. Der Streit mit der Regierung steht Medienberichten zufolge aber inzwischen vor einer Lösung. Die Übernahme gehört zur Strategie des Schnapsunternehmens, in den Wachstumsmärkten zuzulegen. Im Fokus stehen dabei vor allem China und Vietnam mit ihrer grösser werdenden Mittelschicht – der traditionellen Zielgruppe des Herstellers von Marken wie Johnnie-Walker-Whisky und Smirnoff-Wodka. Analysten warteten angesichts eines hohen Geldzuflusses bei Diageo seit längerem auf neue Zukäufe. (awp/mc/ps)

TPG Capital

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