EIB will Jugendarbeitslosigkeit in Europa bekämpfen

Warteschlange vor einem Arbeitsamt in Madrid

Berlin – Die Europäische Investitionsbank (EIB) plant im Kampf gegen die in einigen EU-Ländern extrem hohe Jugendarbeitslosigkeit ein Milliarden-Programm. Das kündigt EIB-Präsident Werner Hoyer in der «Bild»-Zeitung vom Montag an.

«Die EU Bank stellt in diesem und in den kommenden beiden Jahren fast 70 Milliarden Euro jährlich zur Bewältigung der Krise und zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zur Verfügung», sagt Hoyer laut Vorabbericht. Das sei ein Anstieg um mehr als 40 Prozent. Es sei auch ein klares Signal, dass die EU die Mitglieder, die zur Haushaltskonsolidierung und zur Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit schmerzliche Einsparungen und Reformen vornehmen müssten, nicht im Stich lasse, so Hoyer.

Anreize für Firmen schaffen
Die Vergabe zinsgünstiger Kredite soll Hoyer zufolge an die Schaffung von Lehrstellen gekoppelt werden. «Für die Europäische Investitionsbank spielt die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit eine herausragende Rolle», sagte er. Daher sollten unter anderem die Konditionen der EIB-Kredite als Anreiz für Firmen genutzt werden, damit diese Jugendlichen eine Chance böten.

Van Rompuy fordert mehr Anstrengungen gegen Jugendarbeitslosigkeit
EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy hat die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Staaten zu mehr Anstrengungen im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit aufgefordert. Bei ihrem Gipfeltreffen am 27./28. Juni sollten sie Schritte einleiten, um die Zukunftsaussichten der Jugendlichen zu verbessern, heisst es in einem am Samstag in Brüssel veröffentlichten Schreiben Van Rompuys. Van Rompuy forderte die Staats- und Regierungschefs auf, im Juni eine bereits im Februar von den Arbeitsministern beschlossene «Jobgarantie» zu bekräftigen: Demnach soll jeder Jugendliche vier Monate nach Schulabschluss eine Arbeit, einen Ausbildungsplatz oder eine Weiterbildungsmöglichkeit erhalten.

Die Staats- und Regierungschefs müssen nach den Worten von Van Rompuy auch Vorbereitungen treffen, um dafür zu sorgen, dass sechs Milliarden Euro aus dem EU-Haushalt für eine Initiative zur Beschäftigung von Jugendlichen tatsächlich vom Januar 2014 an tatsächlich ausgegeben werden könnten. Nationale Anstrengungen, beispielsweise eine Konferenz am 3. Juli in Berlin unter Vorsitz von Bundeskanzlerin Angela Merkel, seien wichtig.

Auch die neue italienische Regierung will das Problem nun endlich konsequent angehen: Italiens Arbeitsminister Enrico Giovannini will mit mehreren Massnahmen gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit in dem Krisenland kämpfen. Rund zwölf Milliarden Euro will die Regierung nach dem EU-Gipfel im Juni dafür zur Verfügung stellen.

Jeder vierte Jugendliche in der EU ohne Job
Schnelles Handeln tut Not: Im Februar waren in der EU 5,7 Millionen junge Leute unter 25 Jahren arbeitslos. Mit 23,5 Prozent lag deren Arbeitslosenquote deutlich über der Gesamtquote von 10,9 Prozent. Im Griechenland liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei 70 Prozent. In Spanien haben 55 Prozent der jungen Leute keine Arbeit, in Italien sind es fast 40 Prozent.

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