El Baradei: Keine Alternative zu nuklearer Energie

Mohamed ElBaradei

Mohammed El-Baradei, ehemaliger Generalsekretär IAEA, Friedensnobelpreisträger 2005.

von Gérard Al-Fil

Dubai – Die Reaktorkatastrophe von Fukushima müsse die Nuklearindustrie zum Anlass nehmen, weltweit neue Kernkaftwerke mit höheren Sicherheitsstandards zu bauen. Dies sagte der ehemalige Chef der UN-Atomenergiebehörde IAEA Mohammed El Baradei am ersten Global Energy Forum in Dubai.

El Baradeis Keynote, die er vor 5,000 Delegierten im Dubai World Trade Centre und Dubais Regent Scheich Mohammed hielt, befasste sich mit der Zukunft der Atomkraft nach dem Japan-GAU. «Das Kernkraftwerk von Fukushima wurde vor 40 Jahren gebaut und war sicherheitstechnisch nicht mehr auf einem aktuellen Stand», sagte der Friedensnobelpreisträger von 2005 El Baradei.

Weltweite Zusammenarbeit gefordert
«Heute liefert die Kernenergie 14 Prozent des globalen Energiekonsums. Wenn alle Staaten in der Forschung und Entwicklung zusammen arbeiten, kann dieser Anteil bis 2050 auf ein Viertel anwachsen», sagte der ehemalige IAEA-Generalsekretär. 25 Jahre nach Tschernobyl sei es Zeit für einen Quantensprung in der Nukleartechnik, «so dass im Ernstfall auch Erdbeben Kernmeilern nichts anhaben können.»
Der Ägypter glaubt an keine Alternative zur friedlichen Nutzung der Kernenergie, denn «nicht alle Staaten verfügen über Öl und Gas und nicht zuletzt liefert Atomkraft sauberen Strom ohne Kohlendioxidausstoss.» Weil der Energiehunger einer schnell wachsenden Weltbevölkerung zunehme, gebe es kein Ausweichen vom Atomstrom, so El Baradei.

Lob für nukleare Ambitionen am Golf
Er lobte das Gastgeberland VAE dafür, im Westen des Landes bis 2020 vier Atommeiler mit jeweils 1,400 Megawatt Leistung zu bauen. Damit wollen die Golf-Emirate mit dem Iran auf Augenhöhe bleiben, der sich derzeit bemüht sein Atomkraftwerk in Buscher am Persischen Golf ans Netz zu nehmen. Während seiner Amtszeit von 1997 bis 2009 betonte El Baradei mehrfach, er glaube der Führung in Teheran, das iranische Kernenergieprogramm diene friedlichen Zwecken.

Vor El Baradei sprach am Sonntagabend in Dubai Indiens ehamaliger Präsident Apj Abdul Kalam über alternative Energienutzung. El Baradeis Plädoyer pro Atomindustrie dauerte 20 Minuten. Die «grüne Ansprache» Abdul Kalams beschränkte sich auf fünf Minuten.

Das erste Global Energy Forum von Dubai dauert noch bis zum kommenden Dienstag, 19. April.

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