Euler Hermes: Beginnt die Grosse Mauer zu bröckeln?

China
(Foto: motorradcbr - Fotolia.com)

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Zürich – Euler Hermes analysiert in einer neuen Studie «China: Great Wall, Great Mall, Great Fall… Not really» die aktuelle Lage des Landes im Hinblick auf dessen wirtschaftliche Abkühlung (+6,8% Wachstum dieses Jahr, +6,5% 2016). 

Die Auswirkungen des Abschwungs in China dürften das weltweite Wachstum 0,1 Prozentpunkte kosten, wobei gewisse Länder stärker betroffen sind. Es trifft insbesondere Rohstoffexporteure wie Indonesien, Malaysia, Peru, Chile und Südafrika, aber auch ausgeprägt vom Aussenhandel und besonders von der chinesischen Wertschöpfungskette abhängige Länder wie Taiwan, Singapur und Hong Kong.

Deutlich mehr Insolvenzen
Die Insolvenzfälle in China nehmen deutlich zu: +25% im Jahr 2015 und +20% im Jahr 2016. Am stärksten betroffen sind Baugewerbe, Metallindustrie, Bergbau sowie die Produktion von Gütern mit geringem Mehrwert (insbesondere, wenn sie auf den Export ausgerichtet ist).

Ungenügende Finanzierungsbedingungen
Die aktuellen Finanzierungsbedingungen in China bleiben ungenügend. Die Behörden versuchen, die Konzentrationsrisiken zu begrenzen, indem sie die Verschuldung der Unternehmen bremsen. Auch wenn die politischen Anpassungsprozesse das Vertrauen noch belasten, sollten Regierung und Zentralbank in China rasch eingreifen, um die Instabilität der vergangenen Wochen in Schach zu halten, namentlich über genügend hohe Ausgaben der öffentlichen Hand.

«China ist mit der Feineinstellung seines Wirtschaftsmodells beschäftigt. Die ersten tastenden Versuche wirken etwas ungeschickt und werden leider Auswirkungen auf den Rest der Welt haben… Die grösste Herausforderung für die chinesische Regierung ist, künftig nicht mehr ausschliesslich nach Wachstum zu streben, sondern auch für die langfristige Sicherung der Qualität dieses Wachstums zu sorgen. Diese positive Transformation geschieht über die Konsolidierung des Konsums der chinesischen Haushalte, den Abbau von Überkapazitäten und eine offensivere Ankurbelung der Investitionstätigkeit», schliesst der bei Euler Hermes für Asien zuständige Ökonom Mahamoud Islam. (Euler Hermes/mc)

Über Euler Hermes
Euler Hermes ist weltweiter Marktführer im Kreditversicherungsbereich und anerkannter Spezialist in den Bereichen Kautionen, Garantien und Inkasso. Das Unternehmen verfügt über mehr als 100 Jahre Erfahrung und bietet seinen Business-to-Business(B2B)-Kunden Finanzdienstleistungen an, um sie im Liquiditäts- und Forderungsmanagement zu unterstützen. Über das unternehmenseigene Monitoringsystem wird täglich die Insolvenzentwicklung kleiner, mittlerer und multinationaler Unternehmen verfolgt und analysiert, die in Märkten tätig sind, auf die 92% des globalen BIP entfallen. Das Unternehmen mit Sitz in Paris ist in mehr als 50 Ländern vertreten und beschäftigt über 6’000 Mitarbeiter. Euler Hermes ist eine Tochtergesellschaft der Allianz und ist an der Euronext Paris kotiert (ELE.PA). Sie wird von Standard & Poor’s und Dagong Europa mit einem Rating von AA- bewertet. 2014 wies das Unternehmen einen konsolidierten Umsatz von EUR 2,5 Milliarden aus und versicherte weltweit Geschäftstransaktionen im Wert von EUR 860 Milliarden.

Euler Hermes Schweiz beschäftigt rund 50 Mitarbeitende an ihrem Hauptsitz in Zürich und den weiteren Standorten in Lausanne und Lugano.

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