Euler Hermes: Diesel-Skandal wirbelt Automobil-Markt auf

ABB

ABB-Roboter in der Automobilfertigung. (Foto: ABB)

Zürich – Die internationale Automobilbranche steht gemäss einer aktuellen Studie von Euler Hermes vor grossen Herausforderungen. Nicht nur der Diesel-Skandal hat den Automobilmarkt in Unruhe versetzt, auch wichtige Abnehmerländer wie Brasilien und Russland befinden sich aktuell in einer tiefen Rezession und werden auch im 2016 eine weiterhin sinkende Kaufkraft aufweisen.

Nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses und dem Diesel-Skandal stand und steht auch die Autozuliefererbranche in der Schweiz vor grossen Herausforderungen. Zudem haben die Schweizer Unternehmungen im internationalen Vergleich wegen höherer Produktions- und Lohnkosten einen erschwerten Stand, was sich negativ auf die Margen auswirkt. „Gleichwohl haben die meisten Unternehmungen mit Umstrukturierungen, breitgefächerten Abnehmerkreisen, Auslagerung von kostenintensiver Arbeitsschritten in günstigere Produktionsländer und der Spezialisierung ihrer Produkte die richtigen Antworten auf diese Anforderungen gefunden,“ erklärt Stefan Ruf, CEO von Euler Hermes Schweiz.

Die Autozulieferer profitieren dabei auch von der stetig hochbleibenden Anzahl an Neuzulassungen in Europa, den USA und Asien sowie auch den tiefen Rohmaterial- und Energiepreisen. Trotz diesen Aussichten bleiben die Schweizer Zulieferer gefordert: Die Konkurrenz im EU-Raum ist rege, der Preisdruck bleibt hoch, und Überkapazitäten im Markt könnten dazu führen, dass sich die aktuelle Lage verschärft.

Im 2015 hat der Schweizer Automobilhandel 7.2 % mehr Fahrzeuge abgesetzt (insgesamt 0.3 Mio. Einheiten). Auch im 2016 erwartet Euler Hermes ein weiteres Wachstum von +1%.

Internationaler Automobilmarkt
2015 hat sich der weltweite Automobilmarkt, was die Anzahl neuer Fahrzeugregistrierungen betrifft, gut gehalten. Das zeigen die Zahlen der 3 wichtigsten Automobil-Märkte Europa, China und USA (mit über 75% der globalen Verkäufe):

  • Europa +9% (14 Mio. Einheiten, allerdings immer noch unter Vorkrisen Niveau von 16 Mio. Einheiten)
  • China +7% (inkl. Steuerreduktion im September, 21 Mio. Einheiten)
  • USA + 6% (17.8 Mio. Einheiten)

„Die geografische Diversifizierung ist für Autobauer ein Muss“, sagte Yann Lacroix, Volkswirt und Branchenexperte Automobil der Euler Hermes Gruppe. „Nur so können sie vom weltweiten Wachstum profitieren. Anderenfalls setzen sie Umsätze und Gewinnmargen aufs Spiel. Höhere Umweltrestriktionen führen zudem zu höheren Investitionen bei Forschung und Entwicklung. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen sie massgeschneiderte Angebote für jeden Markt entwickeln, günstige Modelle für Märkte wie Indien und SUVs für die USA sowie Mittel- und Oberklassewagen für alle Märkte. Die Premiumangebote werden die Profitabilität der Automobilhersteller dabei erhöhen.“

Die europäischen Märkte haben sich 2015 robust gezeigt:

  • Die Schweizer Automobilbranche hat +7.2 % zugelegt (insgesamt 0.3 Mio. Einheiten)
  • Deutschland hat + 5.6% zugelegt (insgesamt 3.2 Mio. Einheiten)
  • Österreich hat + 1.7% zugelegt (insgesamt 0.3 Mio. Einheiten)

Auch im 2016 geht Euler Hermes für alle drei Länder von weiter steigenden Absätzen aus:

  • Schweiz +1%
  • Deutschland +3%
  • Österreich + 2%

In Europa rechnet Euler Hermes mit einem Wachstum von +3% im 2016.

Die Automobilproduktion in Deutschland steht auf hohem Niveau bei 5.7 Mio. Einheiten und exportiert 80% ihrer Produktion. Trotz des Diesel-Skandals hat Deutschland keine Reduktion im Exportvolumen hinnehmen müssen. Das Produktionsniveau entspricht dem Vorkrisenniveau. (Euler Hermes/mc)

Über Euler Hermes
Euler Hermes ist weltweiter Marktführer im Kreditversicherungsbereich und anerkannter Spezialist in den Bereichen Kautionen, Garantien und Inkasso. Das Unternehmen verfügt über mehr als 100 Jahre Erfah-rung und bietet seinen Business-to-Business(B2B)-Kunden Finanzdienstleistungen an, um sie im Liquidi-täts- und Forderungsmanagement zu unterstützen. Über das unternehmenseigene Monitoringsystem wird täglich die Insolvenzentwicklung kleiner, mittlerer und multinationaler Unternehmen verfolgt und analysiert, die in Märkten tätig sind, auf die 92% des globalen BIP entfallen. Das Unternehmen mit Sitz in Paris ist in mehr als 50 Ländern vertreten und beschäftigt über 6’000 Mitarbeiter. Euler Hermes ist eine Tochtergesellschaft der Allianz und ist an der Euronext Paris kotiert (ELE.PA). Sie wird von Standard & Poor’s und Dagong Europa mit einem Rating von AA- bewertet. 2015 wies das Unternehmen einen konsolidierten Umsatz von EUR 2,6 Milliarden aus und versicherte weltweit Geschäftstransaktionen im Wert von EUR 890 Milliarden. Euler Hermes Schweiz beschäftigt rund 50 Mitarbeitende an ihrem Hauptsitz in Wallisellen und den weite-ren Standorten in Lausanne und Lugano.

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