Eurozone: Stimmung bei Dienstleistern hellt sich überraschend auf

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(Bild: WimL - Fotolia.com)

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London – Die Stimmung im Dienstleistungssektor der Eurozone hat sich im Mai überraschend aufgehellt. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex sei von 53,1 Punkten auf 53,3 Zähler gestiegen, wie das Forschungsinstitut Markit am Freitag nach einer zweiten Umfrage mitteilte. In einer ersten Schätzung war noch eine Stagnation bei 53,1 Punkte ermittelt worden. Volkswirte hatten eine Bestätigung erwartet.

Der Index für die Stimmung der Einkaufsmanager in der Eurozone insgesamt hellte sich ebenfalls auf, von 53,0 Punkten im Vormonat auf 53,1 Zähler, während Analysten einen Rückgang auf 52,9 Punkte erwartet hatten. Die Indexwerte liegt damit weiterhin über der Expansionsschwelle von 50 Punkten und deuten auf Wachstum hin.

In Deutschland hat sich die Stimmung bei den Dienstleistern wie bereits in der ersten Schätzung ermittelt aufgehellt, in Frankreich hingegen etwas weniger stark als zunächst ermittelt.

Positiver Impuls aus Spanien
Ein positiver Impuls kam aus Spanien. Hier hellte sich die Stimmung im Bereich Dienstleistungen überraschend auf, und der Indikator erreichte den besten Wert seit vergangenen November. Dagegen gab es einen Rückschlag in Italien, wo der Stimmungsindikator überraschend unter die Expansionsschwelle fiel.

Zuvor hatte Markit bereits einen Stimmungsdämpfer in den Industriebetrieben der Eurozone gemeldet. Der am Mittwoch veröffentlichte Wert für das verarbeitende Gewerbe hatte sich etwas eingetrübt.

Chris Williamson, Chefökonom bei Markit, blickt eher skeptisch auf die weitere konjunkturelle Entwicklung im Währungsraum. «Die finalen Einkaufsmanagerindizes sind zwar etwas höher ausgefallen als die Vorabschätzungen, von einer spürbaren Wachstumsbeschleunigung der Eurozone kann jedoch keine Rede sein.» Für das zweite Quartal geht Williamson von einem Wirtschaftswachstum um 0,3 Prozent aus. «Dies zeigt, dass dem Aufschwung vom Jahresbeginn schon wieder die Puste ausgegangen sein dürfte.»

Einzelhandelsumsatz stagniert
Die Einzelhandelsunternehmen im Euroraum haben ihre Umsätze im April nicht steigern können. Wie das Statistikamt Eurostat am Freitag mitteilte, lagen die Erlöse auf dem Niveau des Vormonats. Analysten hatten dagegen einen Zuwachs um 0,4 Prozent erwartet. Das Ergebnis für März wurde zudem etwas schlechter als bisher ausgewiesen. Der Rückgang beläuft sich nach neuen Daten auf 0,6 Prozent und nicht, wie ursprünglich gemeldet, auf 0,5 Prozent.

Im Jahresvergleich erhöhten sich die Umsätze im April um 1,4 Prozent, nach korrigiert 1,8 (zunächst 2,1) Prozent im Vormonat. Analysten hatten für April einen merklich stärkeren Zuwachs um 2,1 Prozent erwartet. (awp/mc/ps)

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