ExxonMobil mit tieferem Gewinn – Chevron mit hohem Quartalsverlust

ExxonMobil

Irving – Der grösste US-Ölkonzern ExxonMobil hat zum Jahresende weitere Abstriche machen müssen. Im vierten Quartal fiel der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut fünf Prozent auf 5,7 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen am Freitag im texanischen Irving mitteilte. Die Erlöse sanken um deutliche sieben Prozent auf 67,2 Milliarden Dollar. Die Ölproduktion lag kaum verändert bei 4,0 Millionen Barrel (159 Liter) pro Tag.

Gesunkene Gewinnspannen etwa im Raffinerie-Geschäft, zu dem die Herstellung von Benzin, Diesel und anderen aus Rohöl und Gas gewonnenen Produkten gehört, belasteten die Bilanz. Dass der Konzern trotzdem relativ viel Geld verdiente, lag an einem hohen Sondererlös durch Verkäufe von Geschäften in Norwegen. Mit 3,7 Milliarden Dollar entfiel der Grossteil des Gewinns auf diesen Sonderposten. Im Vorquartal war der Überschuss um die Hälfte eingebrochen.

Der Konzern hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Bereits vor Monaten wies das Management darauf hin, dass höhere Fördermengen die niedrigen Öl- und Gaspreise nicht ausgleichen können. Am Markt wurden die Quartalszahlen verhalten aufgenommen, die Aktie reagierte vorbörslich zunächst kaum, obwohl die Erwartungen etwas übertroffen wurden. In den vergangenen zwölf Monaten ist der Kurs um knapp 15 Prozent gesunken, obwohl die US-Börsen in diesem Zeitraum boomten./hbr/knd/mis

Chevron mit hohem Quartalsverlust
Der zweitgrösste US-Ölmulti, Chevron, geriet derweil wegen einer enormen Abschreibung aufgrund des Gaspreisverfalls tief in die roten Zahlen. Im vierten Quartal 2019 fiel ein Verlust von 6,6 Milliarden Dollar (6,0 Mrd Euro) an, wie das Unternehmen am Freitag im kalifornischen San Ramon mitteilte. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte Chevron noch 3,7 Milliarden Dollar verdient.

Der Umsatz schrumpfte um rund 14 Prozent auf 36,4 Milliarden Dollar und enttäuschte die Markterwartungen klar. Die Aktie geriet vorbörslich ins Minus. Chevron hatte Anleger im Dezember schon gewarnt, im vierten Quartal voraussichtlich eine Bilanzanpassung von 10 bis 11 Milliarden Dollar vornehmen zu müssen. Der Konzern leidet unter gesunkenen Gaspreisen, was eine massive Abwertung erforderte. (awp/mc/pg)

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