Airbus: IndiGo fixiert grössten Auftrag der Luftfahrtgeschichte

Airbus A320neo

Airbus A320neo.

Paris – Die indische Billigfluggesellschaft IndiGo hat bei Airbus den grössten Auftrag der Luftfahrtgeschichte festgemacht. Die bereits im Januar angekündigte Bestellung von 150 Exemplaren des spritsparenden Mittelstreckenfliegers A320neo und 30 Maschinen in der herkömmlichen Version A320 wurde am Mittwoch unterzeichnet, wie die EADS-Tochter Airbus am Mittwoch auf der weltgrössten Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris mitteilte.

Die Inder hatten bereits vor sechs Jahren 100 Exemplare der A320 bestellt. Laut Preisliste hat der neue Auftrag einen Wert von 16,2 Milliarden US-Dollar (11,3 Mrd Euro). Allerdings sind bei Flugzeugbestellungen Rabatte im zweistelligen Prozentbereich üblich. Die Entscheidung über den Triebwerkstyp will IndiGo erst später bekanntgeben.

Flugzeugfinanzierer Alafco bestellt sechs Airbus A350
Der europäische Flugzeugbauer Airbus erhält aus Kuwait Zuspruch für seinen neuen High-Tech-Flieger A350. Der arabische Flugzeugfinanzierer Alafco stockt seine Bestellung für das Grossraumflugzeug um 6 auf 18 Exemplare auf, wie die EADS-Tochter Airbus am Mittwoch auf der weltgrössten Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris mitteilte. Alafco entschied sich für die mittelgrosse Grundversion A350-900, die Platz für 314 Fluggäste bietet und Ende 2013 auf den Markt kommen soll. Laut Preisliste hat der neue Auftrag einen Wert von 1,6 Milliarden US-Dollar. Allerdings sind bei Flugzeugbestellungen Nachlässe im zweistelligen Prozentbereich üblich.

Auftrag über 51 A320-Flieger
Airbus steuert mit der spritsparenden Neuauflage seines Mittelstreckenjets A320 auf einen Milliardenauftrag aus Lateinamerika zu. Die Fluggesellschaft AviancaTaca, die erst kürzlich aus einer Fusion mehrerer Fluglinien des Kontinents hervorgegangen ist, unterzeichnete am Mittwoch einen Vorvertrag über 51 Flugzeuge der A320-Familie. Davon sollen 33 in der neuen Variante A320neo geliefert werden, die rund 15 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen soll als die herkömmliche Version. Laut Preisliste hat der Auftrag einen Gesamtwert von 4,5 Milliarden US-Dollar (3,1 Mrd Euro). Allerdings sind bei Flugzeugbestellungen Nachlässe im zweistelligen Prozentbereich üblich.

Weitere A380-Bestellungen
Weiter kündigte der Chef der Airbus-Muttergesellschaft EADS Louis Gallois weitere Bestellungen für sein doppelstöckiges Flaggschiff A380 an. Diese würden im Laufe des Tages bekanntgegeben, sagte er am Mittwoch im französischen TV-Sender RTL. Nach offiziell unbestätigten Berichten handelt es sich dabei um einen Grossauftrag der arabischen Qatar Airlines. Bereits an den ersten beiden Tagen der am Montag begonnenen Luft- und Raumfahrtmesse in Le Bourget hatte Airbus 263 neue Aufträge und Vorverträge im Wert von 26,1 Milliarden US-Dollar eingeheimst – die meisten für den Mittelstreckenjet A320neo. Der Verkaufsstart für diesen Jet hatte erst vor sechs Monaten begonnen.

Republic Airways will 80 Airbus A320neo kaufen
Airbus steht vor einem Milliardenauftrag über 80 Exemplare seines neuen Kassenschlagers A320neo. Die Muttergesellschaft der US-Fluggesellschaft Frontier Airlines, Republic Airways, will 40 Exemplare der A320neo und 40 Maschinen der kürzeren Variante A319neo bestellen, wie die EADS-Tochter Airbus beim Abschluss einer Grundsatzvereinbarung am Mittwoch auf der weltgrössten Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris mitteilte. Laut Preisliste kommt der Auftrag auf einen Gesamtwert von sieben Milliarden US-Dollar (4,9 Mrd Euro). Allerdings sind bei Flugzeugbestellungen Rabatte im zweistelligen Prozentbereich üblich.

Weniger Treibstoffverbrauch dank Triebwerken
Republic Airways entschied sich dabei für das Leap-X-Triebwerk des französischen Herstellers CFM, der zur Hälfte dem US-Konzern General Electric gehört. Als Alternative stand das PW1100G der United-Technologies-Tochter Pratt&Whitney zur Wahl, an dem der Münchner Triebwerksbauer MTU mitarbeitet. Beide Modelle sollen den Treibstoffverbrauch der neo-Versionen im Vergleich zur herkömmlichen A320-Familie um 15 Prozent senken helfen.

A400M-Partnerländer vereinbaren weitere Kooperation
Die Partnerländer bei der Herstellung des neuen europäischen Militärtransporters Airbus A400M haben sich auf eine gemeinsame Entwicklungszentrale geeinigt. Das teilte der französische Verteidigungsminister Gérard Longuet am Mittwoch auf dem Aero-Salon in Le Bourget bei Paris mit. Die Türkei dürfte das Rahmenabkommen in den kommenden Wochen ratifizieren, die anderen Partnerländer hätten das Abkommen bereits unterzeichnet, betonte Longuet in einer Erklärung. Es sieht vor allem die Einrichtung einer zentralen Stelle vor, die bei Fragen der technischen Weiterentwicklung und eventuell auch bei Ersatzteilen unterstützend tätig wird. Im Rahmen der französisch-britischen Militärpartnerschaft soll sie auch die gemeinsame Wartung und Reparaturen für die Maschinen beider Länder regeln.

Europas wichtigstes Rüstungsprojekt
Der Bau der A400M ist Europas wichtigstes Rüstungsprojekt. Technische und andere Probleme hatten immer wieder zu Verzögerungen und Mehrkosten in Milliardenhöhe geführt. Um die Finanzierung gab es einen heftigen Streit, der erst Ende 2010 beigelegt wurde. Die A400M ist als Mehrzweck-Militärtransporter mit extrem vielseitigen Fähigkeiten konzipiert. Das 45 Meter lange Flugzeug soll 37 Tonnen Nutzlast bis hin zu gepanzerten Fahrzeugen, Hubschraubern oder schwerem Räumgerät über 8.700 Kilometer transportieren können. Deutschland wird 53 der Flugzeuge kaufen. Zum Jahreswechsel 2012/2013 soll die erste A400M an die französische Luftwaffe ausgeliefert werden. Für die nächsten 30 Jahre hofft Airbus auf den Absatz von 400 bis 500 Maschinen.

Boeing winkt Milliardenauftrag für 737 aus Russland
Dem amerikanischen Flugzeugbauer Boeing winkt für seinen Mittelstreckenflieger 737 ein Milliardenauftrag aus Russland. Die Fluggesellschaft UTair wolle 40 Exemplare des langjährigen Kassenschlagers kaufen, teilte der Airbus-Konkurrent aus den USA am Mittwoch auf der weltgrössten Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris mit. Ein entsprechender Vorvertrag sei jetzt geschlossen worden. Mit den neuen Maschinen – davon 33 Boeing 737-800 und sieben der längeren Version 737-900 – will die Fluggesellschaft ihre bestehende Boeing-Flotte ausbauen. Laut Preisliste haben die Flugzeuge einen Wert von etwa 3,3 Milliarden US-Dollar (2,3 Mrd Euro). Allerdings sind bei Flugzeugbestellungen Nachlässe im zweistelligen Prozentbereich üblich. (awp/mc/ps/upd/ss)

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