Französische EDF will Reaktor-Sparte von Areva kaufen

Jean-Bernard Lévy
EDF-CEO Jean-Bernard Lévy.

EDF-CEO Jean-Bernard Lévy.

Paris – Der französische Energieversorger EDF will das Reaktorgeschäft des angeschlagenen Atomkonzerns Areva übernehmen. EDF-Chef Jean-Bernard Lévy kündigte am Dienstag an, in den kommenden Tagen ein Angebot vorlegen zu wollen.

Allerdings sei es noch zu früh, einen Preis zu nennen, sagte er dem Radiosender «Europe 1». Insider hatten Anfang Mai gesagt, die Verhandlungen über eine Übernahme des Areva-Reaktorgeschäfts durch EDF seien ins Stocken geraten. Der Grund: Die beiden Staatsunternehmen seien sich uneinig über die Bewertung. Immer wieder hatte es Spekulationen gegeben, dass EDF gezwungen sein könnte, Areva unter die Arme zu greifen.

Zwei Varianten
Lévy sagte zudem der Zeitung «Le Figaro», der Konzern werde zwei Vorschläge machen. Der erste sehe eine komplette Übernahme der Reaktor-Einheit mit rund 17’000 Angestellten vor. Beim zweiten Angebot würden lediglich 1200 Areva-Ingenieure, die Spezialisten für nukleare Sicherheitsfragen sind, zu EDF wechseln. Der Staat müsse entscheiden. Das Geschäft sei aber nur zu Marktpreisen zu machen.

Der französische Staat hält einen Anteil von 87 Prozent an Areva sowie 85 Prozent an EDF. Areva hatte zuletzt fast 5 Milliarden Euro Verlust eingefahren. Das Unternehmen hat ein massives Sparprogramm aufgelegt und will weltweit bis zu 6000 Stellen streichen. Dem Unternehmen macht unter anderem zu schaffen, dass seit der Fukushima-Katastrophe 2011 weniger Atommeiler gebaut werden. (awp/mc/ps)

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