Französischer Telekomkonzern Orange leidet unter Preiskampf

Stéphane Richard

Orange-Chef Stéphane Richard.

Paris – Die harte Konkurrenz auf dem Heimatmarkt hat die französische Telefongesellschaft Orange im zweiten Quartal belastet. Der Umsatz sank um knapp fünf Prozent auf 10,3 Milliarden Euro, wie das Pariser Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) traf mit einem Rückgang um 9,5 Prozent auf 3,29 Milliarden Euro dennoch die Prognosen der Analysten. An der Pariser Börse brach die Aktie um 4,5 Prozent auf 7,40 Euro ein und war damit zweitschwächster Wert im Cac40-Index.

Der französische Konzern, der früher unter dem Namen France Télécom firmierte, hatte besonders in der Heimat mit harter Konkurrenz zu kämpfen. Dort sackte der Umsatz um 7,5 Prozent auf 5 Milliarden Euro ab. Der ehemalige Monopolist muss sich seit Januar vergangenen Jahres vor allem gegen die günstigen Mobilfunkangebote des Konkurrenten Iliad behaupten. Um die Umsatzausfälle wettzumachen, vermietet Orange einen Teil der Infrastruktur an den neuen Wettbewerber in Form einer Netzkooperation. Die Stammkonkurrenten SFR und Bouygues wollen ebenfalls ihre Kräfte bündeln und verhandeln derzeit über eine Netzpartnerschaft.

Arbeitskosten gesenkt
Finanzvorstand Gervais Pellissier sieht eine seiner Kernaufgaben darin, die Kosten zu senken. Dabei packt er in erster Linie Arbeitskosten in der Heimat an. 3.000 Abgänge wurde nicht mehr ersetzt. Nun beschäftigen die Franzosen 161.000 Menschen. «Der Gewinn zeigt, dass wir die Arbeitskosten verringert haben. Eventuell werden die Senkungen im zweiten Halbjahr nicht so hoch ausfallen.»

Von staatlicher Seite stehen Orange Probleme ins Haus. Das Finanzamt fordert im Zusammenhang mit dem Konzernumbau 2005 zwei Milliarden Euro an Nachzahlungen. Das Unternehmen hat den Betrag bereitgelegt, hofft aber, die Entscheidung noch zu seinen Gunsten drehen zu können. (awp/mc/ps)

 

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