Chinas Industrie nimmt Fahrt auf

China
(Foto: JohnKwan - Fotolia.com)

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Peking – Die Industrieproduktion in China legt wieder zu. Darauf deutet ein von Experten stark beachteter Stimmungsindikator hin. Der HSBC Einkaufsmanagerindex stieg im Juni um 1,4 Punkte auf 50,8 Zähler, wie die Grossbank am Montag mitteilte. Das ist der höchste Stand seit sieben Monaten. Zudem liegt die Kennzahl erstmals seit einem halben Jahr wieder über der Wachstumsgrenze von 50 Punkten. Bankvolkswirte relativierten das gute Ergebnis, indem sie auf durchwachsene Unterindikatoren verwiesen.

Die chinesische Industrie nehme Fahrt auf, was für eine gesamtwirtschaftliche Stabilisierung spreche, kommentierte Unicredit-Ökonom Nikolaus Keis. Er hob vor allem die Indizes für Produktion und Neuaufträge hervor, die jeweils deutlich stiegen. Zudem haben die Unternehmen zuletzt Lagerbestände abgebaut, was die Produktionsaussichten verbessere. «Dennoch sieht sich die Wirtschaft immer noch Gegenwind ausgesetzt», schränkte Keis ein. Er verwies unter anderem auf den rückläufigen Indikator für die Beschäftigung.

Chinas Wirtschaft im Umbau
Ungünstiger fiel auch der Unterindikator für die Neuaufträge aus dem Ausland aus. «Die Erholung in den Schwellenländern scheint die Ausfuhren nicht in dem üblichen Ausmass anzuschieben», schreibt Experte Keis in einer Analyse. HSBC-Chefvolkswirt Qu Hongbin kommentierte: «Wir erwarten, dass die politische Führung ihren eingeschlagenen Weg einer stützenden Politik fortsetzen wird, bis die Erholung nachhaltig ist.» Regierung und Notenbank hatten in den letzten Monaten kleinere, gezielte Massnahmen anstatt grosser Konjunkturpakete ergriffen, um das Wachstum zu stabilisieren.

Chinas Wirtschaft befindet sich seit längerem im Umbau. Durch eine Aufwertung der Binnennachfrage soll das Wachstum ausgewogener werden, auch indem bisherige Wachstumstreiber wie Exporte oder staatliche Investitionen an Gewicht verlieren sollen. Zudem will die Regierung die Wirtschaft stärker nach aussen öffnen. Das kostet nach Meinung zahlreicher Beobachter zunächst Wachstum. Ausserdem lastet auf der Wirtschaft der Abbau erheblicher industrieller Überkapazitäten und der zusehends einsetzende Abschwung am Häusermarkt. (awp/mc/upd/ps)

 

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