Grösster Regenwald der Erde wird zur Kohlendioxid-Quelle

Grösster Regenwald der Erde wird zur Kohlendioxid-Quelle
Brand im Amazonas-Regenwald im August 2020: Bei Bränden wird der in den Pflanzen gespeicherte Kohlenstoff als CO₂ frei. (Foto: CARL DE SOUZA / AFP / SPIEGEL)

Die Pflanzen im Amazonas-Regenwald speichern enorme Mengen Kohlenstoff. Doch durch Klimawandel, Abholzung und Brände werden in der Region inzwischen wohl grössere Mengen des Stoffs frei, als die Vegetation aufnimmt.

Das Amazonasgebiet gibt einer Studie zufolge inzwischen mehr Kohlenstoff an die Erdatmosphäre ab, als es aufnimmt. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Mittwoch in der Fachzeitschrift «Nature» veröffentlichte Studie brasilianischer Fachleute. Demnach emittiert insbesondere der östliche Teil der Region deutlich mehr des Stoffs, als er bindet – vor allem in der Trockenzeit. In der Atmosphäre findet sich der etwa bei Bränden ausgestossene Kohlenstoff als Treibhausgas CO₂ wieder.

Jahrzehntelang entzog der grösste Regenwald des Planeten der Lufthülle der Erde durch Fotosynthese grosse Mengen Kohlendioxid (CO₂) und dämpfte so den Klimawandel. Das habe sich geändert, berichtet das Team um Luciana Gatti vom brasilianischen Nationalen Institut für Weltraumforschung (Inpe).

Unterm Strich seien aus dem Gebiet von 2010 bis 2018 pro Jahr etwa 290 Millionen Tonnen Kohlenstoff in die Atmosphäre gelangt, vor allem wegen der vielen Brände. Diese setzten laut der Analyse jährlich 410 Millionen Tonnen Kohlenstoff frei, mit 120 Millionen Tonnen entzog die Pflanzendecke der Luft zugleich nur einen Bruchteil dieser Menge.

Von den Emissionen gingen fast drei Viertel (72 Prozent) auf das Konto der östlichen Regionen, obwohl die nur ein knappes Viertel des Gesamtgebietes des Amazonas stellen (24 Prozent).

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