Hapag-Lloyd peilt Börsengang im April an

Klaus-Michael Kühne

Miteigentümer Klaus-Michael Kühne, VRP Kühne + Nagel AG.

Hamburg – Die Eigentümer der Hamburger Grossreederei Hapag-Lloyd steuern einem Pressebericht zufolge auf einen Börsengang Mitte April zu. Die beratenden Investmentbanken hätten sich auf den 15. April als vorläufiges Zieldatum geeinigt, berichtete die «Financial Times Deutschland» (Freitagausgabe). Das wäre noch knapp vor den Osterferien.

Bislang habe ein Termin kurz vor der Sommerpause am IPO-Markt im Juni als Favorit gegolten. «Die Eigentümer drücken aufs Tempo», habe ein Verhandlungsteilnehmer gesagt. Die weltweit fünftgrösste Containerreederei gehört zu 49,8 Prozent dem Tui-Konzern, den Rest hält ein Konsortium, das von der Stadt Hamburg und dem Logistik-Unternehmer Klaus-Michael Kühne dominiert wird. Der Börsenwert Hapag-Lloyds wird dem Bericht zufolge auf mehrere Milliarden Euro geschätzt. Damit werde der Börsengang der voraussichtlich bis dato grösste in Deutschland im laufenden Jahr.

Konzernzentrale soll in Hamburg bleiben
Allerdings gebe es derzeit unter den Eigentümern noch Diskussionen über die Details. So wolle Hamburg sich beispielsweise massgeblichen Einfluss sichern, um den Verbleib der Konzernzentrale in der Hansestadt zu garantieren. Debattiert werde etwa, dies in die Satzung zu schreiben und eine Änderung nur durch eine hohe Mehrheit auf der Hauptversammlung von etwa 75 Prozent zu ermöglichen. Dies könnt allerdings die Attraktivität der Aktie schmälern.

TUI bestätigt Informationen nicht

Um den Einfluss der Altaktionäre zu sichern, sei zwischenzeitlich auch diskutiert worden, die Rechtsform der Reederei in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien zu wandeln – wie dies etwa beim Dax-Konzern Henkel der Fall ist. Unsicher sei derzeit noch, wie hoch der Anteil ist, der im ersten Schritt an der Börse verkauft werden solle. Derzeit gelte ein Paket von 35 bis 40 Prozent als wahrscheinlich, das fast komplett von TUI kommen solle. Der Börsengang werde organisiert von der Deutschen Bank, Credit Suisse, Goldman Sachs und Greenhill. Ein TUI-Sprecher habe die Informationen nicht kommentieren wollen. (awp/mc/ps)

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