Lufthansa sieht Licht am Ende des Tunnels

Christoph Franz, scheidender Lufthansa-Chef. (Bild: Lufthansa / Rolf Bewersdorf)

Frankfurt am Main – Die Lufthansa sieht bei ihrer teuren Sanierung Licht am Ende des Tunnels. Die Aktionäre sollen wieder eine Dividende bekommen, obwohl Abfindungen für Mitarbeiter und die Kosten der neuen Business Class den operativen Gewinn 2013 schmälerten. Dabei schnitt der Konzern aber besser ab als von Analysten erwartet. Ohne Sondereffekte wäre das Ergebnis um 62 Prozent auf gut eine Milliarde Euro gestiegen. „Diese Entwicklung ist nachhaltig“, sagte Lufthansa-Chef Christoph Franz am Donnerstag in Frankfurt, wo er zum letzten Mal die Bilanz der Fluggesellschaft vorlegte. Unter seinem Nachfolger Carsten Spohr soll es 2014 und 2015 weiter aufwärts gehen.

Die Lufthansa-Aktie reagierte mit einem Kurssprung von zeitweise über sechs Prozent auf die Nachrichten und war damit mit Abstand Spitzenreiter im Dax .

Weniger Umsatz und Gewinn
Im abgelaufenen Jahr sank der operative Gewinn von Europas grösster Fluggesellschaft um 17 Prozent auf 697 Millionen Euro. Der Umsatz ging infolge des starken Euro um 0,4 Prozent auf 30 Milliarden Euro zurück. Der Überschuss brach sogar um drei Viertel auf 313 Millionen Euro ein, nachdem der Konzern ein Jahr zuvor einen Sondergewinn aus dem Verkauf von Anteilen am Reisebuchungsabwickler Amadeus eingestrichen hatte. Die Aktionäre sollen nach der damaligen Nullrunde nun eine Dividende von 45 Cent je Aktie erhalten.

Während die Wartungssparte Technik, die IT-Sparte Systems und die Bordverpfleger der LSG Sky Chefs ihren operativen Gewinn 2013 teils kräftig steigerten, brach der Gewinn der Frachttochter Lufthansa Cargo um mehr als ein Viertel ein.

Marken Lufthansa und Germanwings legen zu
In der Passagiersparte ging das operatives Ergebnis um elf Prozent auf 495 Millionen Euro zurück, nachdem die österreichische Tochter Austrian Airlines ein Jahr zuvor einen Sondergewinn aus ihrer Umstukturierung beigesteuert hatte. Die deutschen Marken Lufthansa und Germanwings vervielfachten unterdessen ihr operatives Ergebnis von 25 Millionen auf 265 Millionen Euro – trotz der Sanierungskosten.

Unterdessen schraubt die Lufthansa ihre Gewinnziele für 2014 und 2015 nach oben. Weil der Vorstand die Flugzeuge künftig 20 Jahre statt 12 Jahre lang abschreiben will, soll der operative Gewinn im laufenden Jahr auf 1,3 und 1,5 Milliarden Euro klettern. Im Jahr 2015 soll er dann auf 2,65 Milliarden Euro springen – bisher hatte das Ziel bei 2,3 Milliarden Euro gelegen. An dem Ziel des Sanierungsprogramms „Score“ ändere sich dadurch nichts, sagte Finanzchefin Simone Menne. Das Programm solle das Ergebnis bis 2015 weiterhin um 1,5 Milliarden Euro verbessern.

Chefwechsel im Mai
Erreichen muss die neuen Ziele Franz‘ Nachfolger Carsten Spohr. Der bisherige Chef der Passagiersparte übernimmt zum 1. Mai die Führung des Konzerns, wenn Franz als Verwaltungsratsvorsitzender zum Schweizer Pharmakonzern Roche wechselt. (awp/mc/upd/ps)

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