Hoher Ölpreis treibt Shell: Gewinn verdoppelt

Peter Voser

Shell-CEO Peter Voser.

London – Die hohen Ölpreise haben dem Shell-Konzern im zweiten Quartal nahezu eine Verdoppelung seiner Gewinne beschert. Der Ertrag des grössten Ölkonzerns Europas stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 97 Prozent auf 8,66 Milliarden Dollar, teilte Shell am Donnerstag in Den Haag mit. Der Umsatz wuchs um rund ein Drittel auf 124,56 Milliarden Dollar. Die Aktie reagierte am Morgen kaum auf die Zahlen.

Die Ergebnisse lagen deutlich über den von Analysten an der Amsterdamer Börse geäusserten Erwartungen. Shell zahlt seinen Anteilseignern wie bereits im ersten Quartal eine Dividende pro Aktie von 0,42 Dollar. Konzernchef Peter Voser nannte neben den seit 2010 in die Höhe gekletterten Ölpreisen auch eine effektivere Produktion und erhebliche Kostensenkung als Gründe für den Gewinnsprung. Diesen Weg werde Shell auch künftig beschreiten. Im ersten Halbjahr kletterte der Gewinn bei Shell verglichen mit den ersten sechs Monaten des Vorjahres um 77 Prozent auf 17,44 Milliarden Dollar. Zu Wiederbeschaffungskosten – der Messlatte, die Schwankungen der Ölpreise berücksichtigt – steigerte das niederländisch-britische Unternehmen seinen Gewinn im zweiten Quartal um 77 Prozent auf rund 8 Milliarden Dollar sowie im Halbjahr um 58 Prozent auf knapp 15 Milliarden Dollar.

«Neue Welle des Produktionswachstums»

Vor allem durch Investitionen in Höhe von 30 Milliarden Dollar hat der Konzern nach den Worten Vosers «eine neue Welle des Produktionswachstums» in Gang gesetzt. So wurden 2011 drei Grossprojekte in Betrieb genommen: Aus Ölsanden in Kanada und der Gasförderung sowie einer Anlage zur Gasverflüssigung in Katar gewinnt Shell inzwischen eine Menge, die 400 000 Barrel Öl pro Tag (Barrel 159 Liter) entspricht. «Mit neuen Förderungsstätten haben wir 2011 wichtige Fortschritte gemacht. Unsere neuen Projekte werden die finanziellen Erträge in den kommenden Quartalen weiter wachsen lassen», sagte Voser voraus. (awp/mc/upd/ps)

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