Britische Telefonica-Tochter ist Hutchison gut 10 Mrd Pfund wert

Li Ka-shing

Hutchison-Chairman Li Ka-shing.

London – Die erwartete Neuordnung auf dem britischen Telekommarkt nimmt konkrete Formen an. Wie bereits spekuliert worden war, ist der Hongkonger Mischkonzern Hutchison Whampoa an der britischen Mobilfunktochter von Telefonica interessiert. Beide Unternehmen bestätigten am Freitag exklusive Verkaufsgespräche. Demnach soll O2 UK für rund 9,25 Milliarden britische Pfund (12,1 Mrd Euro) in bar den Besitzer wechseln. Eine weitere Milliarde Pfund könnte nach Abschluss hinzukommen. Hutchison ist mit dem Anbieter Three bereits auf dem britischen Markt vertreten. Telefonica-Aktien zogen in Madrid am Vormittag um mehr drei Prozent an.

Kommen die Gespräche zum Abschluss, würde die Zahl der Netzbetreiber in Grossbritannien von vier auf drei sinken. Nach Aussagen von Hutchison-Finanzchef Frank Sixt wäre das neue Unternehmen nach Marktanteil der grösste Mobilfunker in Grossbritannien, vor Everything Everywhere (EE) und Vodafone . Das dürfte die Wettbewerbshüter der Europäischen Kommission auf den Plan rufen. Zuletzt war das Klima in Europa für Fusionen im Telekombereich aber eher freundlich. Vor Mitte 2016 wird das Geschäft laut Hutchison aber wohl nicht abgeschlossen sein.

BT Group vor Rückkehr ins Mobilfunkgeschäft 
Beim derzeitigen Branchenprimus EE – einem Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Telekom mit der französischen Orange – laufen derzeit ebenfalls Gespräche über einen Besitzerwechsel: Der ehemalige Staatsmonopolist BT Group will wieder in das Mobilfunkgeschäft einsteigen und damit sein Angebot ausbauen.

Bei Hutchison Whampoa hat Milliardär Li Ka-shing das Sagen, neben Alibaba-Gründer Jack Ma und Softbank-Chef Masayoshi Son einer der reichsten Männer Asiens. Ka-shing ordnet derzeit seine Geschäfte neu und führt im Volumen von 24 Milliarden Dollar zwei seiner Holdings zusammen – darunter auch Hutchison Whampoa. Das Immobiliengeschäft wird dagegen aus dem Verbund herausgelöst. Das Firmenimperium von Ka-shing umfasst in Asien und Europa unter anderem Immobilien, Häfen und Telekomkonzerne.

Die geplante Fusion von Three mit O2 soll drei bis vier Milliarden Pfund an Kosten sparen. Hutchison will für den Deal auch Finanzinvestoren mit ins Boot holen, die die von Finanzchef Sixt eingeplanten sechs Milliarden Pfund an Bankkrediten aufstocken. Die kleineren Partner sollen aber nicht mehr als 30 Prozent am Unternehmen halten. Alle Beteiligten zufriedenzustellen könne noch etwas Zeit in Anspruch nehmen, sagte Sixt. (awp/mc/upd/ps)

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