Ifo-Index steigt nur leicht – Aktuelle Lage negativer beurteilt

Hans-Werner Sinn

Hans-Werner Sinn, Präsident Ifo-Institut. (Foto: Ifo-Institut)

München – In den deutschen Unternehmen hat sich die Stimmung im Februar nur leicht aufgehellt. Vor allem weltpolitische Risiken haben laut Ökonomen den Aufwärtstrend verlangsamt. Das Ifo-Geschäftsklima sei zum Vormonat um 0,1 Punkte auf 106,8 Punkte geklettert, teilte das Ifo-Institut am Montag mit. Volkswirte hatten jedoch einen deutlich stärkeren Anstieg auf 107,7 Punkte erwartet.

Damit ist das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer den vierten Monat in Folge gestiegen und erreichte den höchsten Stand seit vergangenem Juli. Getrieben wurde der Anstieg durch die verbesserten Geschäftserwartungen. Diese stiegen um 0,5 Punkte auf 102,5 Punkte. Erwartet wurde jedoch ein Anstieg auf 103,0 Punkte. Die Beurteilung der aktuellen Lage trübte sich hingegen überraschend ein. Sie verschlechterte sich um 0,4 Punkte auf 111,3 Punkte, während ein Anstieg auf 112, 5 Punkte erwartet worden war.

Russland und Griechenland bremsen
«Die deutsche Wirtschaft zeigt sich robust gegenüber den geopolitischen Unsicherheiten», kommentierte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn die Zahlen. Nach Einschätzung anderer Ökonomen hat die weltpolitische Lage jedoch einen deutlicheren Anstieg verhindert. Gerade exportorientierte Unternehmen bleiben angesichts der Lage in Russland und Griechenland vorsichtig, schrieb Christian Schulz vom Bankhaus Berenberg in einem Kommentar. Dies dürfte die Aufwärtsentwicklung bei den Investitionen beschränken.

«Ein Ende der Krisen in Griechenland und Russland/Ukraine könnte zu weiteren Stimmungsverbesserungen beitragen», kommentierte Analyst Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen. Die Zahlen seien aber trotz der verfehlten Schätzungen als solide einzustufen. Laut Schulz sollten der robuste Arbeitsmarkt, die niedrigen Zinsen als auch der gefallene Eurokurs der Wirtschaft weiter Rückenwind geben.

Nur geringe Marktreaktionen
Der Eurokurs fiel nach den Zahlen zwar auf ein Tagestief von 1,1314 US-Dollar. Allerdings war die Gemeinschaftswährung schon vor der Veröffentlichung der Zahlen stark unter Druck geraten. Den Aktien- und Anleihemarkt bewegten die Zahlen nicht nachhaltig.

Der Ifo-Index gilt als wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft. Er wird monatlich durch die Befragung von rund 7000 Unternehmen aus Industrie, Einzel- und Grosshandel sowie aus der Bauwirtschaft ermittelt. (awp/mc/upd/ps)

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