Gute Nachrichten für die EZB: Deflationsrisiko im Euroraum sinkt

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EZB: Eurotower Frankfurt am Main. (© VRD – Fotolia.com)

Luxemburg – Deflationsgefahr auf dem Rückzug – Aufatmen bei der EZB: Im Euroraum ist die Inflation im November stärker gestiegen als erwartet. Nachdem die Jahresrate der Inflation im Vormonat mit mageren 0,7 Prozent auf den tiefsten Stand seit fast vier Jahren gefallen war, zog sie im November wieder auf 0,9 Prozent an. Das geht aus Zahlen des europäischen Statistikamts Eurostat vom Freitag hervor. Finanzanalysten hatten lediglich einen Anstieg der Rate auf 0,8 Prozent erwartet.

Der Handlungsdruck für die Europäische Zentralbank (EZB), die ein Inflationsziel von knapp zwei Prozent verfolgt, nimmt damit ab. Der andauernde Preisverfall im Währungsraum hatte die EZB Anfang November zu einer überraschenden Zinssenkung veranlasst. Dass die Teuerung nun wieder anzieht, dämpft die Erwartungen weiterer geldpolitischer Lockerungen. «Der Trend sinkender Inflation legt eine Pause ein», kommentiert Experte Ralf Umlauf von der Helaba.

Nachlassender Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln
Entscheidend für die weiterhin sehr niedrige Teuerung im Oktober waren vor allem Nahrungsmittel, bei denen der Preisauftrieb nachliess. Die Energiepreise gingen hingegen nicht mehr ganz so stark zurück wie im Vormonat. Dienstleistungen wurden teurer. Die Finanzmärkte reagierten verhalten auf die Inflationsdaten. Der Euro behauptete sich über der Marke von 1,36 US-Dollar und stand zuletzt bei 1,3607 Dollar. Der für den deutschen Anleihemarkt richtungsweisende Euro-Bund-Future drehte leicht ins Plus und notierte gegen Mittag bei 141,68 Punkten. (awp/mc/ps)

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