IWF erwartet massiv steigende Verschuldung in fast allen Ländern

Staatsverschuldung
(Photo by Daniel Thiele on Unsplash)

Washington – Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet wegen der immensen Folgen der Coronavirus-Pandemie mit einer massiv steigenden Verschuldung rund um den Globus. Die genaue Höhe werde vor allem von der Dauer der Krise abhängen, teilte der IWF am Mittwoch mit.

Wichtig sei auch, wie schnell und stark sich die Wirtschaft erholen werde, sobald sich die gesundheitliche Lage stabilisiere. Aktuell schätzt der IWF die direkten finanziellen Auswirkungen auf 3,3 Billionen Dollar pro Jahr – für höhere Ausgaben im Gesundheitssystem sowie Hilfen für Unternehmen und private Haushalte. Weitere Billionen kämen für Kredite und Bürgschaften hinzu.

Sobald die Erholung komme, müsse es Fortschritte bei der Schuldentragfähigkeit geben, ergänzte der IWF. Verschlechterte Finanzkennziffern dürfte es in fast allen Ländern geben. 2019 summierten sich die Staatsschulden auf 83 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. Dieser Wert dürfte laut IWF 2020 auf 96,4 Prozent ansteigen.

Besonders schwierig dürfte die Lage vor allem für Schwellen- und Entwicklungsländer werden. Grosse Sprünge erwartet der IWF aber auch für die USA auf gut 131 Prozent 2020, Italien auf 155,5 Prozent und Spanien auf über 113 Prozent.

USA und China auf Spitze des Schuldenbergs
Der deutsche Finanzminister Olaf Scholz hatte zuletzt bereits gesagt, die Schuldenquote in Deutschland werde durch die Hilfspakete auf rund 75 Prozent des Bruttoinlandprodukts klettern. Momentan liegt das Verhältnis bei knapp 60 Prozent. Hinzu kommt dann noch das angedachte Konjunkturpaket nach der Krise.

Besonders hohe Haushaltsdefizite erwartet der IWF in den USA und China mit 15,4 beziehungsweise 11,2 Prozent der Wirtschaftsleistung. In Europa werden Italien und Spanien, die von der Pandemie besonders stark getroffen sind, deutlich höhere Defizite anhäufen als etwa Deutschland. (awp/mc/pg)

IWF

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