USA: Wirtschaftswachstum schwächt sich wie erwartet ab

USA: Wirtschaftswachstum schwächt sich wie erwartet ab

Washington – Das Wachstum der US-Wirtschaft hat sich im Frühjahr wie erwartet abgeschwächt. Im zweiten Quartal stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zum Vorquartal um annualisiert 1,5 Prozent, wie das Handelsministerium am Mittwoch laut einer zweiten Erhebung in Washington mitteilte. Damit wurde eine erste Schätzung wie von Volkswirten erwartet bestätigt. Im ersten Quartal war die grösste Volkswirtschaft der Welt noch um 2,1 Prozent gewachsen.

Gestützt wird das Wirtschaftswachstum weiterhin durch einen Anstieg der Konsumausgaben, der Investitionen und Exporte. Belastet wurde das Wachstum jedoch durch einen Rückgang der Staatsausgaben und einem Anstieg der Importe.

In den USA werden die Daten zum Wirtschaftswachstum annualisiert veröffentlicht. In Europa wird auf diese Methode verzichtet, weshalb die Zahlen nicht direkt miteinander vergleichbar sind. Um auf eine mit Europa vergleichbare Wachstumsrate zu kommen, müsste man die US-Rate durch vier teilen.

Die wirtschaftliche Entwicklung in den USA bleibt jedoch robust. Angesichts der immer noch hohen Inflation erwartet Experten überwiegend, dass die Notenbank bis Jahresende ihre Leitzinsen anheben wird. Fed-Chef Kevin Warsh hat bisher allerdings klare Signale vermieden. Die Märkte warten daher auf seine Rede am Freitag auf dem Notenbanksymposium in Jackson Hole.

Private Einkommen steigen überraschend stark
Derweil sind die privaten Einkommen stärker gestiegen als erwartet. Im Juli legten die Einkommen im Monatsvergleich um 0,4 Prozent zu. Volkswirte hatten hingegen im Schnitt wie bereits im Monat zuvor mit einem Anstieg um 0,2 Prozent gerechnet. Die privaten Konsumausgaben legten ebenfalls stärker als erwartet zu. Hier meldete das Ministerium für Juli einen Anstieg um 0,2 Prozent. Im Vormonat hatten die Konsumausgaben um 0,3 Prozent zugelegt.

Der Preisindex PCE, ein von der US-Notenbank Fed bevorzugter Preisindikator, verharrte im Juli im Jahresvergleich auf 3,7 Prozent. Volkswirte hatten einen Rückgang der Jahresrate auf 3,6 Prozent erwartet. Im Monatsvergleich stiegen die Preise um 0,2 Prozent und damit stärker als erwartet. Die Kernrate, bei der schwankungsanfällige Preise für Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet werden, verharrte wie erwartet auf 3,3 Prozent. Der PCE-Index stellt die Preisentwicklung für private Haushalte dar und wird an den Finanzmärkten stark beachtet. Die Fed strebt eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Zuletzt hatte die Notenbank ihre Leitzinsen nicht angetastet.

Auftragseingang langlebiger Güter steigt stärker als erwartet
Die Aufträge für langlebige Güter sind im Juli stärker gestiegen als erwartet. Die Bestellungen legten im Vergleich zum Vormonat um 1,1 Prozent zu. Volkswirte hatten im Schnitt einen Zuwachs um lediglich 0,5 Prozent erwartet. Ohne Transportgüter wie Flugzeuge stiegen die Aufträge im Juli um 0,4 Prozent. Die Aufträge für Kapitalgüter abseits des Militär- und Luftfahrtbereichs stiegen um 0,2 Prozent. Hier hatten Experten mit einem Zuwachs um 0,7 Prozent gerechnet. (awp/mc/pg)

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