Krawalle und Plünderungen in Griechenland

Ausschreitungen Griechenland

Ausschreitungen in Athen im Morgengrauen nach Abstimmung über Sparpaket.

Athen – Geplünderte Geschäfte, brennende Gebäude und Dutzende Verletzte: Nach der Abstimmung im griechischen Parlament über das harte Sparpaket haben schwere Ausschreitungen die Hauptstadt Athen erschüttert. Vermummte Randalierer und Gewalttätige lieferten sich in der Nacht zum Montag Strassenschlachten mit der Polizei und verwüsteten weite Teile des Stadtzentrums. Nach Angaben von Polizei und Rettungsdienst wurden mindestens 75 Menschen verletzt, darunter 30 Polizisten. Auch in den Touristenhochburgen Kreta, Korfu und Thessaloniki kam es zu Ausschreitungen.

Laut Gesundheitsministerium trug aber niemand schwere Blessuren davon. Die Polizei nahm mehr als 70 Personen fest, 60 weitere wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen. Athens Bürgermeister Giorgos Kaminis sprach von enormen Schäden. So wurden nach bisherigem Stand 47 Gebäude in Brand gesetzt, darunter zwei Kinos, die den Behörden zufolge aber nicht schwer beschädigt wurden. Dutzende Geschäfte und Banken wurden geplündert, auch ein Waffengeschäft mit Jagdgewehren und Schwertern. «Ich bin verzweifelt. Mitten in dieser Krise habe ich alles verloren», sagte ein Handy-Ladenbesitzer am Syntagmaplatz vor dem Parlament der Nachrichtenagentur dpa. Auch Geldautomaten wurden zerstört. Wertvolle neuklassizistische Gebäude brannten völlig aus.

Trümmerfelder
Die Hauptstrassen Panepistimiou, Stadiou, die Einkaufsstrassen Athinas und Ermou und der Syntagmaplatz sahen am Montagmorgen wie ein Trümmerfeld aus. Müllabfuhr und dutzende Mitarbeiter der Stadt arbeiteten auf Hochtouren, um die Trümmer zu beseitigen. Alle Parteien des Landes verurteilten die schweren Ausschreitungen. Sie machten «dunkle Kreise» für das Chaos verantwortlich.

Einsatzkräfte überfordert
Wie die griechische Presse berichtete, waren die Einsatzkräfte mit der Situation überfordert, obwohl sie starke Einheiten auch aus den Provinzen in Athen zusammengezogen hatten. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei mischten sich die Autonomen zunächst unter die Zehntausenden friedlich demonstrierenden Menschen. Sie sollen etwa 2000 und in fünf Gruppen aufgeteilt gewesen sein. Als es zu den ersten Ausschreitungen kam und die friedlichen Demonstranten in alle Richtungen vor dem Tränengas und den Brandflaschen flüchteten, hätten die Chaoten Dutzende Gebäude angezündet.

Übergriffe auf Polizisten
Die Polizei und die Feuerwehr, die sich auf den zentralen Syntagma Platz konzentriert hatten, wussten daraufhin offenbar nicht, wohin sie zuerst eilen sollen. Dann sei es auch zu Übergriffen auf Polizisten gekommen. So sei über eine Strasse ein Seil gespannt gewesen, das sechs Polizisten, die auf Motorrädern unterwegs waren, zu Boden stürzen liess. Sie wurden leicht verletzt. In der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki hatten laut Polizei rund 5000 Menschen demonstriert, die Gewerkschaften sprachen von 10 000 Teilnehmern. Etwa 100 Randalierer, zerschlugen Schaufenster und beschädigten einige Autos. Allerdings waren die Zwischenfälle nach rund einer halben Stunde vorüber. In der Hafenstadt Volos warfen Vermummte Brandflaschen auf den Eingang des Rathauses. Zu Zwischenfällen kam es auch auf Kreta und im Zentrum der Insel Korfu. (awp/mc/ps)

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