Lateinamerika kurbelt Geschäft von Carrefour an

Georges Plassat

Carrefour-CEO Georges Plassat.

Paris – Ein florierendes Lateinamerika-Geschäft hat Europas grösstem Händler Carrefour den Weg in das neue Geschäftsjahr geebnet. Im ersten Quartal stiegen die Konzernerlöse um 6,2 Prozent auf 21 Milliarden Euro, wie Carrefour am Freitag mitteilte. Dabei wirkten sich sowohl mehr Verkaufstage als auch Währungseffekte günstig aus. Gut lief es für Carrefour vor allem in Brasilien und Argentinien, aber auch im Heimatmarkt Frankreich. Die Aktie kletterte am Freitag zwischenzeitlich auf ein Vierjahreshoch und war auch am Nachmittag mit plus 1,80 Prozent auf 32,72 Euro noch einer der stärksten Werte im EuroStoxx 50.

Nach Ansicht der US-Investmentbank Sanford C Bernstein trägt das Umbauprogramm des Konzerns erste Fürchte. Es werde allerdings noch einige Zeit dauern bis Carrefour wieder auf dem Damm sei. Der Konzern habe nach wie vor viele unattraktive Formate in unattraktiven Märkten. So hat Carrefour noch immer viele grossflächige Hypermärkte, die nur schwer profitabel zu betreiben sind.

Anhaltende Probleme in China
Probleme bereitet weiterhin auch der chinesische Markt, wo die Umsätze im ersten Quartal zweistellig zurückgingen. Der Konzern erklärte das mit der schwachen Konsumneigung der chinesischen Verbraucher. Bernstein sieht aber auch Verluste von Marktanteilen an die Konkurrenz. Die gute Nachricht sei, dass China eine immer kleinere Rolle spiele und inzwischen nur noch 7 Prozent zum Konzernumsatz beitrage, so die Analysten.

Carrefour will im laufenden Jahr bis zu 2,6 Milliarden Euro in die Modernisierung von Filialen, in das Onlinegeschäft, in die IT und neue Logistikzentren stecken. Analysten gehen davon aus, dass Carrefour 2015 seinen bereinigten operativen Gewinn von 2,39 Milliarden im Vorjahr auf bis zu 2,55 Milliarden Euro steigern wird. Diese Schätzung erscheine ihm realistisch, sagte Finanzchef Pierre-Jean Sivignon in einer Telefonkonferenz.

Brasilien-IPO offen
Ob und wann Carrefour sein Brasilien-Geschäft an die Börse bringt, liess Sivignon offen. Die Umstände seien noch nicht entsprechend. Rein technisch könne der Gang auf das Parkett zum Sommer hin erfolgen. Im ersten Quartal steigerte der Konzern den Umsatz in Brasilien auf gleicher Fläche um 8,4 Prozent. Aus Sicht der Analysten von S&P Capital IQ dürfte das Plus vor allem auf Preiserhöhungen zurückzuführen gewesen sein. (awp/mc/upd/ps)

 

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