L’Oréal: Bettencourt will nicht an Nestlé verkaufen

Liliane Bettencourt

L’Oréal-Erbin Liliane Bettencourt.

Paris – Die französische Milliardärin Liliane Bettencourt und L’Oreal-Grossaktionärin ist Spekulationen über einen Verkauf ihrer Anteile am Kosmetikkonzern an den Nestlé-Konzern entgegengetreten. «Ich will die Unabhängigkeit von L’Oréal unterstreichen», sagte Bettencourt der Tageszeitung «Le Figaro» vom Mittwoch.

L’Oréal brauche eine starke Struktur. Bettencourt (88) war bislang immer gegen einen Verkauf ihrer Anteile am Kosmetikkonzern gewesen. Sie gilt als die reichste Französin und hält einen Anteil von etwa 31 Prozent an L’Oréal. Bei der anstehenden Hauptversammlung von L’Oréal will Bettencourt sich für eine weitere Amtszeit im Aufsichtsrat wählen lassen. Es sei wichtig, sich für die Unabhängigkeit des Kosmetikkonzerns einzusetzen, sagte sie der Zeitung. Dies könne sie deutlich machen, indem sie weiterhin aktiv als Mitglied des Aufsichtsrates mitarbeitet. Zuvor hatte der Nestlé-Konzern erklärt, dass das Unternehmen künftig über eine Aufstockung der Anteile an L’Oréal entscheiden will. Die Schweizer halten derzeit 30 Prozent an dem französischen Unternehmen. Nach einem zehnjährigen Stillhalte-Abkommen darf Nestlé die Anteile aber erst ab 2014 aufstocken.

L’Oréal-Erbin mit einziger Tochter wieder im Reinen
Nach jahrelangem erbitterten Familienstreit ist L’Oréal-Erbin Liliane Bettencourt mit ihrer einzigen Tochter wieder im Reinen. «Wir sehen uns oft. Wir haben uns wiedergefunden. Das freut mich», sagte die reichste Frau Europas der französischen Tageszeitung «Le Figaro» (Mittwoch). Sie und ihre Tochter Françoise (57) hätten sehr unterschiedliche Charaktere. «Aber das ist nicht uninteressant», betonte die 88-Jährige. Mit grosser Freude sehe sie, wie ihre beiden Enkelkinder aufwachsen. «Das sind zwei hübsche und gute Jungen.»

Jahrelange Familienfehde
In dem Familienstreit hatte Françoise Bettencourt-Meyers jahrelang den Vorwurf erhoben, ihre Mutter verschleudere unter dem Einfluss von Freunden und Bekannten grosse Teile ihres Vermögens. Allein der als exzentrische Dandy bekannte Fotograf und Künstler François-Marie Banier soll Geschenke im Wert von knapp einer Milliarde Euro erhalten haben. Bettencourt-Meyers wollte ihre Mutter deswegen unter Vormundschaft stellen lassen und verklagte auch Banier. Die reichste Frau Europas liess im Gegenzug Anzeige gegen ihre Tochter wegen Psychoterrors erstatten. Im Januar vergangenen Jahres einigten sich beide auf eine Beilegung des dreijährigen Rechtsstreits.

Vermögen auf 20 Mrd Dollar geschätzt
Über ihren Gesundheitszustand sagte die 88-Jährige dem «Figaro», ihr gehe es nicht schlecht. Wie jeder sei sie an manchen Tagen gut drauf, an anderen etwas weniger. Wegen eines Sturzes müsse sie derzeit einige Tage im Krankenhaus verbringen. «Aber ich werde schnell wieder gesund», sagte die Tochter von L’Oréal-Gründer Eugène Schueller. Das Vermögen von Liliane Bettencourt wurde vom US-Magazin «Forbes» zuletzt auf 20 Milliarden Dollar geschätzt. Die 88-Jährige sitzt noch immer im Verwaltungsrat des Kosmetikkonzerns L’Oréal. (awp/mc/upd/ps)

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