Lufthansa bringt milliardenschweres Sparprogramm voran

Christoph Franz

Lufthansa-Chef Christoph Franz.

Frankfurt am Main – Die Lufthansa macht ernst mit ihrem neuen Sparprogramm. Die Massnahmen sollten am Montag einem grösseren Kreis von Führungskräften vorgestellt werden, wie das Unternehmen in Frankfurt bestätigte. Das Sparpaket soll das Ergebnis in den kommenden Jahren um 1,5 Milliarden Euro verbessern. Die Arbeitnehmer werden in den kommenden Tagen von den Führungskräften über die geplanten Einschnitte informiert. Zu Einzelheiten wollte sich das Unternehmen zunächst öffentlich nicht äussern.

Nach Medienberichten plant die Lufthansa eine engere Integration ihrer Töchter Austrian Airlines, Swiss, Germanwings und Brussels Airlines. Die Flugpläne könnten enger aufeinander abgestimmt, zudem Technik, Verwaltung und IT-Systeme zentralisiert werden. «Man wird voraussichtlich weniger Wert auf die Eigenständigkeit der Gesellschaften legen als bislang», meinte der Analyst der Frankfurter Metzler-Bank, Jürgen Pieper. In der Vergangenheit habe die Lufthansa der AUA oder der mittlerweile verkauften British Midlands (bmi) eine zu lange Leine gelassen. Profitabel war hingegen die Swiss unterwegs.

«Weiche» Massnahmen zum Personalabbau

Vorstellbar seien zudem «weiche» Massnahmen zum Personalabbau, also ohne Kündigungen, sagte Pieper. Entschlossenen Widerstand haben die Gewerkschaften gegen Pläne der Lufthansa angekündigt, künftig die Kabinenmannschaften von anderen Firmen kostengünstiger auszuleihen und kein eigenes Personal mehr einzusetzen. Pilotprojekt ist dabei der Verkehr vom neuen Hauptstadtflughafen in Berlin. Das neue Sparprogramm schliesst nahtlos an das bisherige mit dem Namen «Climb 2011» an, das die Kosten des Lufthansa- Passagiergeschäfts in den Jahren 2009 bis 2011 bereits um eine Milliarde Euro senken sollte. Im Jahr 2010 hatte Europas führende Airline einen operativen Gewinn von 876 Millionen Euro ausgewiesen, der 2011 nicht mehr erreicht wurde. (awp/mc/ps)

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