Teures Kerosin: Lufthansa erwartet 2012 weniger Gewinn

Christoph Franz

Lufthansa-Konzernchef Christoph Franz.

Frankfurt am Main – Trübe Aussichten für die Lufthansa: Obwohl der Abschied von den Verlustbringern BMI und Jade Cargo kurz bevorsteht, rechnet Europas grösste Fluggesellschaft in diesem Jahr erneut mit weniger Gewinn im operativen Geschäft. Vor allem die Rekordpreise für Treibstoff machen dem Dax-Konzern das Leben schwer. Ausserdem kommt die Österreich-Tochter Austrian Airlines (AUA) voraussichtlich auch in diesem Jahr nicht aus den roten Zahlen, wie die Lufthansa am Donnerstag in Frankfurt mitteilte.

Beim Wachstum tritt Vorstandschef Christoph Franz erneut auf die Bremse: Das Flugangebot im Passagiergeschäft soll 2012 statt um drei nur um zwei Prozent wachsen. Die Lufthansa-Aktie reagierte am Morgen mit Kursverlusten auf die Nachrichten. Kurz nach Handelsbeginn verlor die Aktie 1,2 Prozent und gehörte damit zu den schwächsten Werten im Dax.

Weniger Gewinn erwartet
Für das laufende Jahr erwartet die Lufthansa nun einen operativen Gewinn im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Das wäre erneut weniger als im Vorjahr, als der Konzern bereits einen Rückgang um ein Fünftel auf 820 Millionen Euro verbucht hatte. Eine Steigerung sei zwar bei einer «sehr vorteilhaften» Entwicklung möglich, aber aus heutiger Sicht «sehr ambitioniert». Schon 2011 hatte die Lufthansa ihren Verlustbringer British Midland (BMI) bereits herausgerechnet, dessen operativer Verlust im voraussichtlich letzten Jahr im Lufthansa-Konzern um 37 Prozent auf 199 Millionen Euro gestiegen war.

Die Lufthansa hat sich mit der British-Airways-Mutter IAG auf den Verkauf von BMI geeinigt, die erst seit Mitte 2009 zum Lufthansa-Konzern gehörte. Die europäischen Wettbewerbshüter haben dem Geschäft allerdings noch nicht zugestimmt. Bei dem Verkauf muss die Lufthansa Geld drauflegen. Unter dem Strich verbuchte der Konzern deshalb im vergangenen Jahr einen Konzernverlust von 13 Millionen Euro.

AUA und Germanwings mit Verlust

Dabei lief das Geschäft in den einzelnen Bereichen höchst unterschiedlich. Während die Marke Lufthansa und die Schweizer Tochter Swiss operativ weiter schwarze Zahlen schrieben, steckten die Österreich-Tochter Austrian Airlines (AUA) und der Billigflieger Germanwings in der Verlustzone. Beide bekamen wie die Lufthansa selbst die Folgen der Ticketabgabe in Deutschland und Österreich zu spüren: Insgesamt führte der Konzern nach eigenen Angaben 361 Millionen Euro Luftverkehrssteuer an die beiden Staaten ab.

Die angeschlagene AUA dürfte es nach Einschätzung der Lufthansa auch in diesem Jahr nicht in die schwarzen Zahlen schaffen. Die weitere Sanierung habe allerdings «oberste Priorität», hiess es. Im vergangenen Jahr sank der operative Verlust nur leicht von 66 auf 62 Millionen Euro. Im laufenden Jahr soll er sich weiter verringern.

Rückgang auch bei Fracht
Auch die übrigen Bereiche lieferten Gewinne ab: Die Frachtsparte Lufthansa Cargo schaffte mit 249 Millionen Euro das zweithöchste operative Ergebnis ihrer Geschichte, schnitt allerdings um ein Fünftel schwächer ab als ein Jahr zuvor. Auch die Wartungssparte Lufthansa Technik, die IT-Sparte Systems und die Catering Tochter LSG Sky Chefs lieferten schwarze Zahlen ab. (awp/mc/upd/ps)

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