Lufthansa und Swiss ziehen Extra-Gebühr durch

Carsten Spohr
Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Lufthansa. (Foto: (Christian Schlueter / Lufthansa)

Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Lufthansa. (Foto: (Christian Schlueter / Lufthansa)

Frankfurt am Main – Trotz Protesten und Klagen der Reisebranche hält die Lufthansa an der neuen Extragebühr für Tickets fest, die über globale Reservierungssysteme (GDS) gebucht werden. Ab Dienstag werden die Buchungen, die bislang rund 70 Prozent der Verkäufe ausmachen, mit einer Gebühr von jeweils 16 Euro belegt. Im Falle der Swiss beträgt die Gebühr 16 Franken.

Lufthansa verwies die Kunden auf andere Buchungswege etwa über die konzerneigenen Webseiten, Service-Center und Schalter. Tickets könnten hier weiterhin ohne die GDS-Gebühr erworben werden. Den Reisebüros stünde als Alternative das Online-Portal „LHGroup-Agent“ zur Verfügung, das schon 8000 Nutzer habe.

Firmenkunden müssen bis 2016 warten
Grosse Firmenkunden vertröstete Lufthansa hingegen in wichtigen Details auf das kommende Jahr. Erst 2016 soll mit Hilfe der SAP -Tochter Concur und weiteren IT-Dienstleistern eine Schnittstelle fertig sein, die eine ähnliche System-Anbindung bietet wie bislang schon die GDS. Abrechnungen, Rahmenverträge und Reiserichtlinien sollen dann automatisch berücksichtigt werden.

Die Airline wehrt sich gegen aus ihrer Sicht zu hohe Gebühren, die von den drei marktbeherrschenden GDS-Anbietern erhoben würden. In Deutschland haben Reiseverbände gegen das Vorgehen der Lufthansa Beschwerde beim Bundeskartellamt und bei der EU-Kommission eingelegt. Sie sehen in der Abkehr von den GDS die Preistransparenz in Frage gestellt. (awp/mc/pg)

Lufthansa Group

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