US-Einzelhandelsumsätze fallen erneut

Konjunktur USA

Washington – Die amerikanischen Verbraucher haben sich auch zum Jahresbeginn trotz geringer Arbeitslosigkeit und niedrigen Ölpreisen überraschend wenig ausgabenfreudig gezeigt. Die Umsätze des Einzelhandels fielen im Januar nach Angaben des US-Handelsministeriums vom Donnerstag zum Vormonat um 0,8 Prozent. Bereits im Vormonat waren die Umsätze überraschend stark gefallen.

Experten waren eigentlich davon ausgegangen, dass die Konsumenten die durch den starken Ölpreisverfall der vergangenen Monaten eingesparten Ausgaben für Benzin an anderer Stelle ausgeben. Bankvolkswirte hatten für Januar mit einem Rückgang um lediglich 0,4 Prozent gerechnet. Der deutliche Umsatzrückgang im Dezember von 0,9 Prozent wurde am Donnerstag auch nicht revidiert. Ohne die schwankungsanfälligen Autoverkäufe fielen die Umsätze im Januar um 0,9 Prozent.

Tiefere Umsätze an den Tankstellen
Der Ölpreisrückgang ist zugleich ein Grund für die rückläufigen Einzelhandelsumsätze, denn durch die sinkenden Benzinpreise fallen die Umsätze der Tankstellen deutlich niedriger aus. Ohne Auto- und Benzinverkäufe stiegen die Umsätze mit einem Plus von 0,2 Prozent allerdings auch schwächer als erwartet.

Für Experte Paul Ashworth vom Analysehaus Capital Economics fielen die Einzelhandelsdaten daher insgesamt schwach aus. «Wir hatten auf viel stärkere bereinigte Einzelhandelsumsätze gehofft,» kommentierte der Experte. Denn der durch niedrigere Benzinpreise gestiegene Spielraum der Haushalte, der starke Arbeitsmarkt und die seit Jahren nicht mehr so grosse Konsumentenzuversicht sprächen eigentlich für stärkere Einzelhandelsumsätze.

Mehr Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA
In den USA haben in der vergangenen Woche mehr Menschen erstmals Arbeitslosenhilfe beantragt als erwartet. Die Zahl der Erstanträge stieg um 25’000 auf 304’000, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Bankvolkswirte hatten mit 287’000 Anträgen gerechnet. Im aussagekräftigeren Vierwochenschnitt ging die Zahl dagegen um 3250 auf 289’750 Anträge zurück. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gelten als ein wichtiger und zeitnaher Indikator für die Lage am Arbeitsmarkt. Das derzeitige Niveau liegt in einem Bereich, das mit konjunkturellen Hochphasen vereinbar ist. (awp/mc/pg)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.