Modeschöpfer Karl Lagerfeld gestorben

Modeschöpfer Karl Lagerfeld gestorben
Karl Lagerfeld, 1935 - 2019.

Hamburg – Der Modeschöpfer Karl Lagerfeld ist tot. Der „Modezar“ verschied in Neuilly-sur-Seine, einem Vorort von Paris, wie das Modehaus Chanel am Dienstag in Hamburg mitteilte. Noch vor einem Monat war über Lagerfelds Gesundheitszustand spekuliert worden, als er bei seiner Modenschau in Paris nicht zugegen war.

Die Modewelt trauert um einen ihrer grössten Designer. Schwarze Sonnenbrille, weisser Mozartzopf, steifer Vatermörderkragen und Ringe an jedem Finger: So kannte Lagerfeld die ganze Welt. Seinen fast schon maskenhaften Stil hat er zu seinem Markenzeichen gemacht. Lagerfeld hat königliche Körper in Traumkreationen gehüllt und Outfits für Pop-Stars wie Madonna und Kylie Minogue entworfen. Nun ist der Modezar gestorben, wie der Modekonzern Chanel am Dienstag mitteilte. Nach eigenen Angaben kam Lagerfeld 1935 in Hamburg zur Welt. Als Geburtsjahre kursieren aber auch 1933 und 1938.

Es hatte zuletzt immer wieder Spekulationen um den Gesundheitszustand des Modemachers gegeben. Im Januar war er zum ersten Mal nicht bei der Chanel-Modenschau auf der Pariser Fashion Week zu sehen. Das Modehaus begründete sein Fernbleiben damals damit, dass Lagerfeld sich müde gefühlt habe.

Treibende Kraft hinter dem grossen Aufstieg Chanels
Lagerfeld wurde 1933 in Hamburg geboren. Fast 14 Jahre lebte er in Bad Bramstedt. Seinen Durchbruch schaffte er in Frankreich in den 50er Jahren, arbeitete unter anderem für Balmain, Patou und Chloé. Seit 1973 ist er Kreativdirektor bei Chanel und verantwortete den grossen Aufstieg des Labels.

Lagerfeld hat mehr als ein halbes Jahrhundert die Mode mitbestimmt. Mitte der 50er Jahre begann er in Paris grosse Couture-Häuser wie Balmain, Patou, Chloé oder Fendi zum Erfolg zu führen. Er habe sich schon immer für Kleider interessiert, ohne zu wissen, dass man das Mode nenne, sagte Lagerfeld einmal in einem seiner zahlreichen Interviews. Als Kreativdirektor übernahm er 1983 Chanel. Ein Wechsel, der für das französische Modehaus wegweisend war.

Der deutsche Modeschöpfer rüttelte die traditionsreiche Luxusmarke aus ihrem Dornröschenschlaf. Die typischen Tweedstoff-Jacken poppte er mit Bändern und Francsen neu auf, Haute-Couture-Kleider kombinierte er mit Sportschuhen. Treu blieb er dem klassischen Cocktailkleid und dem rosa Kostüm. Kollektionen unter seinem eigenen Namen entwarf er ab Mitte der 70er Jahre. Heute hinterlässt der Wahlpariser ein Modeimperium, dessen Wert auf mehrere Millionen Euro geschätzt wird.

Erklärter Gegner der Jogginghose
Legendär waren Lagerfelds Aussprüche. Über seine Haut sagte er: „Ich gehe nicht mehr in die Sonne. Schon seit Ewigkeiten nicht mehr. Ich will nicht aussehen wie eine alte Schildkröte.“ Über seine Ausbildung sagte der Besitzer von 300’000 Büchern: „Ich habe ja im Grunde nie etwas gelernt. Ich habe nicht einmal Abitur gemacht und nix.“ Vernichtend war das Urteil des Modezaren über Freizeitkleidung: „Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“ (mc/ps)

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