Novartis startet Studie mit Mittel Jakavi zur Covid-19-Behandlung

Novartis startet Studie mit Mittel Jakavi zur Covid-19-Behandlung
Novartis-CEO Vasant Narasimhan. (Foto: Novartis)

Basel – Novartis und das US-Pharmaunternehmen Incyte üben auf der Suche nach geeigneten Behandlungsmöglichkeiten des Coronavirus den Schulterschluss. Gemeinsam starten die beiden Unternehmen eine Phase-III-Studie mit dem Mittel Jakavi.

Konkret soll dieses bei der Behandlung einer Art schweren Immunüberreaktion, Zytokin-Sturm genannt, zum Einsatz kommen, wie Novartis in der Nacht auf Freitag mitteilte. Diese Überreaktion kann bei Patienten, die sich am Coronavirus infiziert haben, zu lebensbedrohlichen Atemwegskomplikationen führen.

Die Entscheidung basiert den Angaben zufolge auf präklinischen Erkenntnissen und vorläufigen Berichten aus unabhängigen Studien und wird durch umfangreiche Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit von Jakavi unterstützt.

Für Patienten mit Pneumonie
Die vorgeschlagene Studie werde Jakavi in Kombination mit einer Standardtherapie (SoC) im Vergleich zur alleinigen SoC-Therapie bei Patienten mit schwerer Lungenentzündung (Pneumonie) als Folge einer Coronavirus-Infektion untersuchen.

Jakavi ist bereits im 101 Ländern zur Behandlung der Knochenmarkserkrankung primäre Myelofibrose zugelassen.

Novartis spendet Schweiz Hydroxychloroquin zur Behandlung von Corona-Patienten
Ausserdem gab Novartis am Freitag bekannt, man werde der Schweiz eine namhafte Menge Hydroxychloroquin für die Behandlung von Corona-Patienten kostenfrei zur Verfügung stellen.

Damit ist die Schweiz nach den USA weltweit das zweite Land und das erste in Europa, in dem die Spende zum Einsatz kommt. Novartis hatte zuvor bereits angekündigt, weltweit 130 Millionen Dosen des Malariamittels zu spenden. Die Verteilung des Medikaments an die Spitäler obliegt laut Mitteilung den Schweizer Behörden.

Hydroxychloroquin und die verwandte Substanz, Chloroquin, werden derzeit in klinischen Studien für die Behandlung des Coronavirus COVID-19 untersucht. Normalerweise wird der Wirkstoff, als Mittel gegen Malaria und die Autoimmunerkrankungen Lupus erythematodes und chronische Polyarthritis eingesetzt. In Europa ist er bislang nicht für die Behandlung von COVID-19-Infektionen zugelassen.

Allerdings hat die Schweizerische Gesellschaft für Infektiologie (SGINF) in ihrem Behandlungsprotokoll empfohlen, hospitalisierte Corona-Patienten unter anderem mit Hydroxychloroquin zu therapieren. Die Schweizerische Zulassungsbehörde Swissmedic habe auf die Behandlungsempfehlung schnell reagiert und das Sandoz-Medikament im Eilverfahren für den Schweizer Markt zugelassen, heisst es in der Mitteilung weiter. (awp/mc/ps/pg)

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