Philips wegen Schadensersatz und schwacher Geschäfte mit Verlust

Frans van Houten
Philips-Konzernchef Frans van Houten.

Firmenchef Frans van Houten.

Amsterdam – Der vor der Aufspaltung stehende Elektronikkonzern Philips ist in die roten Zahlen gerutscht. Im dritten Quartal stand unter dem Strich ein Verlust von 103 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Montag in Amsterdam mitteilte. Im Vorjahr machte Philips noch 281 Millionen Euro Gewinn.

Vor allem eine Schadensersatzzahlung in den USA schlug nun ins Kontor: Wegen Patentverletzungen muss Philips knapp 470 Millionen Dollar (370 Mio Euro) berappen. Operativ war es zudem kein glänzendes Quartal. «Unsere Entwicklung war enttäuschend», räumte Konzernchef Frans van Houten am Montag ein. Den Befreiungsschlag soll nun die Ende September angekündigte Aufspaltung in zwei eigenständige Unternehmen bringen.

Zunächst aber zeigte sich die Börse enttäuscht vom aktuellen Abschneiden der Niederländer. Die Aktie startete schwach und sank rund 3,5 Prozent. Philips verfehlte die Erwartungen der Analysten beim operativen Gewinn. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte (Ebita) fiel um 16 Prozent auf 536 Millionen Euro. Experten hatten hier 554 Millionen erwartet.

Währungseffekte drücken auf Umsatz
Der Umsatz sank knapp ein Prozent auf 5,547 Milliarden Euro. Hier machten sich auf negative Währungseffekte bemerkbar. Analysten hatten indes ein kleines Umsatzplus erwartet. Die Märkte liefen schwächer, vor allem in Russland und China, sagte Konzernchef van Houten. Für das zweite Halbjahr insgesamt erwartet er eine etwas schwächere operative Entwicklung. Die Gewinnziele für 2014 hatte Philips bereits Ende September kassiert.

Neben den schwächeren Geschäften drückte vor allem eine teure Strafe dem Quartal ihren Stempel auf. Der US-Konkurrent Masimo hatte Philips im Jahr 2009 verklagt und den Niederländern vorgeworfen, zwei seiner Patente verletzt zu haben. Es ging dabei um Geräte, mit denen Blutsauerstoff und Pulsfrequenz gemessen werden. Anfang Oktober bekam Philips die Strafe aufgebrummt. Auch wenn sich der Konzern dagegen wehren will, musste er die Zahlung dennoch zunächst verbuchen. Das brockte Philips im Gesundheitsgeschäft zusammen mit Abschreibungen, Fabrikstilllegungen und Währungsbelastungen ein operatives Minus ein.

Aufspaltung in zwei eigenständige Unternehmen
Mit einem grossen Einschnitt will der 123 Jahre alte Elektronikkonzern nun gegen die Misere ankämpfen und sich in zwei eigenständige Unternehmen aufspalten. Das Geschäft mit Gesundheitstechnik und Konsumelektronik soll dabei verschmolzen werden, die Lichtsparte wird abgespalten und soll 2016 auf eigenen Füssen stehen. Der Prozess werde 12 bis 18 Monate benötigen, hiess es weiter. Ein Börsengang (IPO) sei im Moment kein Thema, sagte van Houten in einer Telefonkonferenz. Ende September wurde dies noch als Möglichkeit in Betracht gezogen. Konkurrent Siemens hatte zuvor bereits seine Licht-Tochter Osram verkauft. In den vergangenen Jahren hatte der Philips schon die Unterhaltungselektronik und die TV-Sparte abgestossen. (awp/mc/upd/ps)

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