Proeuropäische Führung der Ukraine spricht von Sieg bei Rada-Wahl

Juri Luzenko

Juri Luzenko, Chef des Poroschenko-Blocks.

Kiew – Die prowestlichen Kräfte in der Ukraine sehen sich nach der Parlamentsneuwahl als Gewinner und in ihrem Streben nach einem EU-Beitritt bestätigt. Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko sprach von einem Wahlsieg des proeuropäischen Lagers. «Erstmals verfügen die demokratischen Kräfte in der Obersten Rada über die absolute Mehrheit», meinte er am Sonntagabend in Kiew.

Als prowestlich gelten neben dem Block von Präsident Petro Poroschenko noch die neue Volksfront von Regierungschef Arseni Jazenjuk sowie neue Partei Samopomoschtsch (Selbsthilfe) und die Vaterlandspartei von Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko. Diese vier Kräfte kamen nach Prognosen zusammen auf mehr als 60 Prozent der Stimmen.

«Wir haben maximal zwei Wochen Zeit, eine Koalition zu bilden», sagte Klitschko. Der Ex-Boxweltmeister war als Spitzenkandidat der Präsidentenpartei Petro-Poroschenko-Block angetreten, will das Parlamentsmandat aber nicht annehmen. Er bleibt Rathaus-Chef in Kiew.

Votum für Poroschenko
Das laut Prognosen absehbare Ergebnis bestätige ganz deutlich den bisherigen Kurs von Präsident Poroschenko und der Regierung um Arseni Jazenjuk, sagte die Ex-Ministerpräsidentin Timoschenko. Ihre Vaterlandspartei schaffte Prognosen zufolge ebenfalls knapp den Einzug ins Parlament. Die Kraft werde alles dafür tun, die Führung in der Obersten Rada weiterhin zu unterstützen.

Der Chef des Poroschenko-Blocks, Juri Luzenko, sprach ebenfalls von einem Sieg. «Bei den Parteilisten gingen mehr als 90 Prozent an die demokratischen Kräfte», sagte der Ex-Innenminister. Das Resultat sei auch ein Votum für den Friedensplan des Präsidenten im Kampf gegen die Separatisten in der Ostukraine. (awp/mc/ps)

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